Polizei musste nach dem Spiel am  Chemie-Block für Ordnung sorgen. Patrick Skrzipek

Wer hat angefangen? Wer ist schuld? Die unschönen Szenen nach dem Abpfiff des Regionalligaspiels zwischen dem BFC Dynamo und Chemie Leipzig (2:0), die beinahe in einem Platzsturm gegipfelt hätten, haben ein Nachspiel und trüben die Freude über den sportlichen Höhenflug. Die Weinrot-Weißen wehren sich gegen Vorwürfe aus Leutzsch.  

Der BFC räumt zwar ein, dass während der Partie der Verdacht aufkam, auf den Rängen sei ein Hitler-Gruß  gezeigt worden.  Auch die Affenlaute, mit denen Chemie-Spieler Benjamin Luis beleidigt worden war, wurden bestätigt. Allerdings weist der BFC darauf hin, dass in beiden Fällen eingeschritten worden sei. 

Verdacht soll sich nicht bestätigt haben

„Bereits im Verlauf der Partie wurde eine Person aufgrund des vermeintlichen Zeigens des verbotenen Hitler-Grußes von der Polizei identifiziert. Der Ordnungsdienst des BFC übergab diese Person der Polizei zur Identitätsfeststellung und zur Aufnahme weiterer Ermittlungen. Nach Auswertung der Videoaufnahmen durch die Polizei konnte der Straftatverdacht nicht bestätigt werden“, heißt es in einer Darstellung des Vereins auf der Klub-Homepage. 

Gegen die Affenlaute-Imitatoren seien Fans schon während der Partie tätig geworden, um diese zu unterbinden, teilte Dynamo ebenfalls mit. Grundsätzlich drückte Dynamo sein Bedauern aus, dass es überhaupt zu Vorfällen gekommen sei. 

Dennoch weist der BFC darauf hin, dass die Gäste, die als dezidiert linker Verein bekannt sind, offenbar ihren Teil zur kurzfristigen Eskalation beigetragen hätten. So seien Einzelne aus dem Gästeblock in den Pufferblock eingedrungen, um von dort aus eine Auseinandersetzung mit den BFC-Anhängern zu suchen. Was Polizeikräfte verhinderten. Chemie-Fans beklagen dabei einen unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray. 

Gegenstände wurden geworfen

Zudem soll es vor der Gegengerade nach wechselseitigen Provokationen zwischen BSG-Spielern und BFC-Fans  zu Bierbecher-Würfen und anderen Aktionen gekommen sein. BSG-Trainer Miroslav Jagatic wird von den Dynamos aufs Korn genommen: „Statt besonnen und deeskalierend zu reagieren und den Platz zu verlassen, heizte der Chemie-Trainer die entstandene Situation mit seinem Verhalten leider weiter an“, heißt es in der Vereinsmitteilung.

Dies wiederum wird von Jagatic bestritten, der schon am Spieltag erklärt hatte, dass er lediglich versucht habe, seine Mannschaft vom Zaun wegzukriegen. 

NOFV-Beobachter Lutz Mende, der bei der als Sicherheitspartie eingestuften Begegnung vor Ort war, kündigte im MDR einen Sonderbericht an.  Affenlaute allerdings („Ich saß etwa 80 Meter vom Heimblock entfernt“), hätte er laut MDR nicht vernommen.