Versprühte vor dem Trip nach Armenien reichlich gute Laune: Bundestrainer Hansi Flick. imago/Susanne Hübner

Klein, aber fein! Unter diesem Motto steht die letzte Dienstreise des Jahres von Bundestrainer Hansi Flick und seinen Auserwählten, die am Sonntag in Jerewan gegen Armenien den finalen Auftritt in der WM-Qualifikation (18 Uhr, RTL) bestreiten. Denn die Reisegruppe der Jungs, die den Adler auf der Brust tragen, ist erheblich geschrumpft. 

Von den Kickern, die sich ursprünglich zu Beginn der Länderspielphase am Montag in Wolfsburg getroffen hatten, ist ein ganzes Dutzend nicht mehr dabei beim Trip an den Kaukasus. Teils coronabedingt, teils aus Schonungsgründen. Dem Bundestrainer stehen nur noch 16 Feldspieler sowie drei Torhüter zur Verfügung. Was aber nichts an der Zielsetzung ändert: Flick peilt die glorreichen Sieben an, will seinen Startrekord als Bundestrainer ausbauen, den er mit dem 9:0 gegen Liechtenstein am Donnerstag auf sechs Siege in Folge hochgeschraubt und damit seinen Vorgänger Jogi Löw bei dessen Verabschiedung in die Schranken gewiesen hatte. 

„Wir wollen, gerade weil wir in den letzten Spielen auch gezeigt haben, was für eine Mentalität und Qualität unsere Mannschaft hat, das Länderspieljahr 2021 mit einem Sieg beenden“, betonte Flick und warnte vor motivierten Gastgebern um den früheren Dortmunder Henrich Mchitarjan (jetzt AS Rom), die im Hinspiel im September beim deutschen 6:0 in Stuttgart chancenlos waren. „Mit einer guten Leistung können sie es vergessen machen, es liegt an uns, dass das nicht passiert.“

Flick testet für das kommende Jahr

Die vielen Ausfälle scheinen eine Probe für das kommende Jahr mit sechs Spielen in der dritten Auflage der Nations League (2. Juni bis  14. Juni sowie vom 22.  bis 27. September) und dann bei der Winter-WM in Katar (21. November bis 18. Dezember) gegen deutlich stärkere Gegner. Alternativen in der Mannschaft seien elementar, sagte Flick und ergänzte: „Es kann auch bei einem Turnier passieren, dass der ein oder andere gesperrt oder angeschlagen fehlt.“

Im deutschen Tor soll nach der Abreise von Manuel Neuer, der wie Dortmunds Marco Reus zur Belastungssteuerung geschont wird, Marc-André ter Stegen stehen. Als Kapitän wird Neuer von Thomas Müller vertreten. Der zuletzt angeschlagene Kai Havertz habe „das erste Mal komplett mit der Mannschaft trainiert, er ist fit und einsatzbereit“, sagte Flick.

Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Thilo Kehrer. Den Defensivspieler von Paris St. Germain plagen leichte Wadenprobleme, beim Abschlusstraining am Sonnabend musste er passen und konnte nur eine Laufeinheit absolvieren. Doch der Bundestrainer bleibt optimistisch. „Er ist eingeplant, aber wir gehen kein Risiko ein.“

>>> Lesen Sie mehr aus dem Sport