Hansas Daniel Hanslik (l.) im Duell mit dem Chemnitzer Sören Reddemann.  Foto:
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Sie wollten ihre Hausaufgaben machen. Mit einem Dreier in Chemnitz wollte die Hansa-Kogge noch den Relegations-Hafen ansteuern. Doch die Crew von Steuermann Jens Härtel erlitt bei den Himmelblauen Mast- und Schotbruch.  Mit dem 2:4 (0:0) versenkten die Rostocker ihre Aufstiegs-Träume quasi selber. Und auch den Hausherren war nicht zum Jubeln zumute. Ganze zwei Tore fehlten den Sachsen am Ende zur Rettung. 

Geschenkt, dass die Konkurrenz für Hansa nicht mitspielte. Braunschweig und Würzburg waren eh nicht mehr einzuholen. Die Unterfranken eroberten durch Sebastian Schuppans Elfer in der Nachspielzeit (90.+3) beim 2:2 gegen Halle das zweite Aufstiegsticket.  Der Relegationsrang blieb Hansa verwehrt, weil Ingolstadt bei 1860 München mit 2:0 gewann und Duisburg Unterhaching mit 4:0 putzte. 

Enttäuschung pur auf allen Seiten in Chemnitz. Das Stadion an der Gellertstraße ist für Hansa ohnehin ein Ort der Qualen. Seit 1990 konnten die Mecklenburger dort nicht mehr gewinnen. Diesmal sorgte Ex-Union-Stürmer Philipp Hosiner quasi im Alleingang dafür, dass die Ostsee-Städter sturmzerzaust wurden. Seit Ende Februar hatte der Österreicher nicht mehr getroffen. Nun ließ der 31-Jährige gleich drei Mal das Hansa-Netz flattern. Cool per Strafstoß (50.), eiskalt aus dem Feld heraus (86./88.). Dazu traf noch  Sören Reddemann (78.), Hansas Treffer durch Lukas Scherff (52.) und Erik Engelhardt (89.) waren zu wenig.

Hansa-Coach Jens Härtel war bitter enttäuscht. „Ja, es gab auch gute Momente in der Saison. Aber jetzt ist das nur bitter. Wer weiß, was nächste Saison ist? Wir müssen erst mal wieder 'ne Chance kriegen, da oben reinzurücken. Wir waren einfach nicht konzentriert genug, wenn es darauf ankam. In Duisburg nicht, in Würzburg nicht, auch heute nicht", haderte der frühere Union-Spieler mit den vielen weggeworfenen Chancen.