Serge Gnabry jubelt! Mit seinen zwei Toren schießt der Nationalspieler Bayern ins Endspiel der Champions League. Foto: dpa

Nur noch ein Sieg am Sonntag im Endspiel gegen Paris Saint-Germain, dann hat der FC Bayern das Triple. Am Mittwoch schlug der Meister und Pokalsieger aus München im Champions-League-Halbfinale Olympique Lyon mit 3:0 (2:0). Keine Gala wie beim 8:2 gegen Barcelona, sondern ein konzentrierter Arbeitssieg mit einem Traumtor von Serge Gnabry.

So einfach wie gegen Barca ging es für die Bayern nicht gegen die Franzosen. Spätestens in der 4. Minute wussten die Münchner Profis, dass Lyon ein gefährlicher Gegner ist, der blitzschnell kontert. Thiago mit schlimmem Fehlpass auf Höhe der Mittellinie. Maxence Caqueret schnappte sich den Ball und passte steil auf Memphis Depay. Der Holländer lief alleine auf Manuel Neuer zu. Zum Glück verkürzte der Keeper mit seiner ganzen Körperlänge und ausgestreckten Armen den Schusswinkel. Depay traf nur das Außennetz.

Die Bayern waren nach dieser Torchance beeindruckt und wirkten beim Spielaufbau etwas statisch und gehemmt. Wie viel Offensive ist gegen Olympique angebracht, wann wird sie gefährlich? Diese Gedanken hört man vor der Geisterkulisse aus den Köpfen der Profis des Rekordmeisters rattern. Doch zu viel denken schadet.

Der nächste Schockmoment in der 17. Minute. Karl Toko Ekambi traf aus fünf Metern den rechten Pfosten. Was für ein Dusel! Und praktisch im Gegenzug beginnt das totale Bayern-Glück. Serge Gnabry zog aus 22 Metern ab. Der Hammer-Kunstschuss knallte genau in den linken Torwinkel – Traumtreffer zum 1:0 (18.). Da konnte sich Lyons Keeper Anthony Lopes noch so lang strecken – unhaltbar! Mit diesem Geschoss hatten die Münchner ihre Sicherheit zurück und gewannen die Kontrolle über das Spiel.

Teufelskerl Gnabry drehte immer mehr auf. In der 33. Minute spielte er links zu Ivan Perisic. Der Kroate passte quer zu Robert Lewandowski, doch der Top-Torjäger Europas kam vor der Torlinie ins Stolpern, Lyons Torwart Keeper Lopes konnte gerade noch den Ball nach vorne abwehren. Doch Gnabry staubte gnadenlos aus fünf Metern zum 2:0 ab.

Mit der beruhigenden Führung ging es in die Pause. Perisic hätte in der 51. Minute auf 3:0 erhöhen können, doch sein Schuss war zu schlapp, Lopes hatte keine Mühe den Ball zu halten. Die Franzosen versuchten danach tapfer, noch mal etwas Druck aufzubauen. Doch die Bayern sicherten hinten alles ab und dann köpfte in der 88. Minute noch Robert Lewandowski das 3:0.  Am Ende war es ein ungefährdeter Halbfinalsieg.

Die Bayern zeigen Europa ihre ganze Dominanz in der Ausnahme-Saison. Die Münchner haben jetzt in der Champions League 2019/20 bereits 42 Tore geschossen. Das sind nur drei Treffer weniger als die Rekordmarke des FC Barcelona aus der Saison 1999/2000. Ob die im Endspiel gegen PSG geknackt wird, ist fraglich. Denn das Team von Trainer Thomas Tuchel ist mindestens ein Klasse besser als Lyon. Doch diese Bayern können in der Form jeden schlagen. Das Triple ist ganz, ganz nah.