Kommen bisher nicht wirklich miteinander klar: Wolfsburg-Trainer Niko Kovac (M.) und Ex-Union-Star Max Kruse (r.).
Kommen bisher nicht wirklich miteinander klar: Wolfsburg-Trainer Niko Kovac (M.) und Ex-Union-Star Max Kruse (r.). IMAGO/Eibner-Pressefoto/Bahho Kara

Max Kruse ist bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Viel sagen muss der ehemalige Star des 1. FC Union derzeit allerdings gar nicht. Dass er unzufrieden mit seiner Situation beim VfL Wolfsburg ist, sah man dem 34 Jahre alten Profi am Wochenende an, obwohl er erstmals in der Startelf stand. Während der VfL-Boss Jörg Schmadtke die Wogen zwischen Kruse und Trainer Niko Kovac glätten will, lässt der Ex-Union-Star nach dem 0:2 bei RB Leipzig tief blicken. Kruse ist genervt vom Kovac-Fußball und heizt die Gerüchteküche weiter an.

Ehrlich war Kruse schon immer. Bemerkenswert, wie er im Januar seinen Blitz-Wechsel ganz offen damit begründete, dass er in der Autostadt einfach viel mehr Kohle kassieren kann als in Köpenick.

Dass Geld allein aber nicht glücklich macht, erlebt Kruse derzeit. Während sich der 1. FC Union für die Europa League qualifizierte, rutschte Kruse mit dem VfL in der vergangenen Rückrunde fast noch in den Abstiegskampf. Unter seinem Förderer Florian Kohfeldt war er allerdings unumstrittener Stammspieler und genoss alle Freiheiten, die er für sein Spiel braucht.

Max Kruse passt nicht zum Fußball von Niko Kovac

Max Kruse (34) kam in den ersten drei Spielen nur als Einwechselspieler zum Zug und kritisiert die Spielidee von Wolfsburg-Trainer Niko Kovac.
IMAGO/Christian Schroedter
Max Kruse (34) kam in den ersten drei Spielen nur als Einwechselspieler zum Zug und kritisiert die Spielidee von Wolfsburg-Trainer Niko Kovac.

Davon kann nun unter Niko Kovac keine Rede mehr sein. Drückte Kruse an den ersten drei Spieltagen noch die Bank und kam nur zu Kurzeinsätzen, durfte er in Leipzig erstmals von Beginn an ran. Zufrieden war er damit allerdings nicht, was vor allem am Kovac-Fußball liegt. Der Ex-Hertha-Profi und ehemalige Bayern-Trainer setzt anders als Kohfeldt nicht auf Ballbesitz und Offensivdrang, sondern auf eine kompakte Defensive und schnelles Umschaltspiel.

Nicht nach dem Geschmack von Kruse, wie er nach dem 0:2 in Leipzig offen zugibt: „Ich glaube, jeder weiß, welche Art Fußball ich gerne spielen möchte oder wofür ich stehe. Natürlich will ich immer den Ball haben und versuche die Mitspieler zu animieren, aber es funktioniert leider nicht immer. Und heute hat es mal wieder nicht funktioniert.“

Danach wird der begnadete Techniker noch deutlicher, kritisiert die eigene Spielweise deutlich: „Wir haben zu wenig investiert auf dem Platz. Wir müssen es alle zusammen machen und in den richtigen Situationen. Und wenn wir das als Mannschaft nicht hinbekommen, dann wird es schwierig. Egal gegen welchen Gegner und egal, wie du individuell arbeitest.“

Niko Kovac mit kleinem Lob für Max Kruse

Die Aussage sehen viele als Seitenhieb auf Kovac, der Kruse in den vergangenen Wochen keine guten Trainingsleistungen attestiert hatte und ihn deswegen nicht in die Startelf beförderte. „Diese Woche hat er gut trainiert. Deswegen hat er gespielt. Er hat es ordentlich gemacht, hatte zwei Schüsse und mit ein bisschen mehr Glück, kann daraus mehr passieren“, verteile Kovac nach der Pleite bei RB ein kleines, aber sein bisher größtes Lob an Kruse.

Zuvor hatte VfL-Boss Jörg Schmadtke probiert, die Wogen zwischen Kruse und Kovac zu glätten. Der ehemalige Torwart will, dass Ruhe einkehrt, und probierte die Gerüchte, um einen kurzfristigen Abschied endlich zu beenden. Kruse werde den VfL nicht mehr in der bis Donnerstag laufenden Transferperiode verlassen. „Ich gehe davon aus, dass er am Donnerstag noch da ist“, so Schmadtke.

Max Kruse heizt Wolfsburg-Abschied weiter an

Kruse bestätigte zwar ein Gespräch mit Schmadtke und Kovac unter der Woche. Über den Inhalt und die Form wollte er aber lieber nichts verraten, fügte vielmehr süffisant an: „Ob ich zufrieden bin oder nicht, spielt ja keine Rolle.“

Auch ob er am Donnerstag noch Spieler des VfL sei, wollte Kruse weiter nicht beantworten. Zuletzt gab es Gerüchte um eine erneute Rückkehr zu Werder Bremen. Ebenso steht, wie schon zu Union-Zeiten, ein Wechsel in die USA im Raum, wo Kruses Sohn lebt. „Wir werden sehen. Alles, was ich dazu gesagt habe, habe ich gesagt“, erklärte Kruse nichtssagend und verwies in seiner typischen Manier am Sky-Mikrofon darauf, dass seiner Meinung nach die Medien „sowieso immer ein bisschen Futter“ bräuchten, also überlasse er die „Interpretation einfach mal euch“.

Klingt eher danach, dass es unwahrscheinlich ist, dass Kruse am Donnerstag noch Spieler des VfL Wolfsburg ist ...

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