Bayern-Trainer schaut ungläubig auf die Anzeigetafel: Ja, es stimmt. Die Münchner kassierten drei Gegentreffer und verloren bei Borussia Mönchengladbach. Foto: Imago Images

14 Monate nach der Entlassung des Berliner Trainers Nico Kovac wirkt der FC Bayern erneut frustriert und ratlos. Die 2:3-Pleite bei Borussia Mönchengladbach zeigt einmal mehr: Das Team von Kovac-Nachfolger Hansi Flick hat ein massives Abwehrproblem.

Flick wirkte erstmals in seiner bisher so märchenhaften Amtszeit ratlos. Der Triple-Trainer suchte etwas verzweifelt nach Erklärungen für die schon skurril anmutende Flut von Gegentoren des deutschen Rekordmeisters Bayern München. „Man darf diese Fehler nicht machen“, stellte Flick nach der schmerzhaften 2:3 (2:2)-Niederlage im Klassiker bei Borussia Mönchengladbach fest und forderte wie schon in den vergangenen Wochen „mehr Konzentration in der Defensivarbeit“.

Keine Neuzugänge 

Die Zahlen sind alarmierend: Welttorhüter Manuel Neuer musste trotz seiner überragenden Form in der Liga schon 24-mal seinen Reklamier-Arm heben – mehr Gegentore nach 15 Spielen kassierten die Bayern zuletzt in der Saison 1981/82 (25).

Dabei hilft selbst eine Zwei-Tore-Führung durch Robert Lewandowski (20., Handelfmeter nach Videobeweis) und Leon Goretzka (26.) nicht. Immer wieder schlichen sich Nachlässigkeiten und Fehler ins Spiel des Serienmeisters ein. „Wir verlieren zweimal den Ball, wo wir ihn nicht verlieren dürfen und reagieren darauf nicht richtig. Wir haben den Gegner heute ganz klar dreimal eingeladen“, klagte Goretzka nach den Treffern durch Jonas Hofmann (35., 45.+1) und Florian Neuhaus (49.) bei DAZN.

Das Schlimmste: Flick wirkte ratlos, wechselte einzig Kingsley Coman ein. Auf neues Personal darf er nicht hoffen. „Selbstverständlich machen wir nichts“, sagte der Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Heißt: Flick muss für Bayerns Abwehr vor der irrwitzigen Terminhatz in den kommenden Wochen mit dem vorhandenen Personal Lösungen finden.