Ciro Immobile (vorne) vermieste Borussia Dortmund den Abend. Foto: Imago Images

Was nur erlauben Borussia? Schlimmer hätte der BVB nicht in die Champions League starten können. Auch wenn mit Lazio gleich der stärkste Gruppenrivale lauert, die Schwarz-Gelben enttäuschen, leisten sich einen klassischen Fehlstart und bekommen mit 1:3 (0:2) kräftig auf die Mütze. Der BVB ist gar nicht olé!

Sie dürfen um Gottes Willen nicht sagen, es hätte sie niemand vor Ciro Immobile gewarnt. 36 Tore hat Lazios Kapitän in der Vorsaison erzielt, den „Goldenen Schuh“ hat er gewonnen und sogar Bayerns Robert Lewandowski übertrumpft. Dass er einst für den BVB eine miese Zeit hatte und in 24 Ligaspielen nur drei Buden schaffte – lange vorbei. Wie es geht, zeigt er gleich mit seiner ersten Aktion: Immobile ist nach bösem Fehler von Thomas Meunier da, lupft über Marwin Hitz das 1:0 rein (6.).

Nur ein Ausrutscher der Borussia oder doch der Hinweis auf die Reste-Abwehr, bei der eine Handvoll Spieler ausfallen? Die nächsten Minuten zeigen: Gegen diese Defensive ist ein Wackel-Pudding ein stabiles Gebilde. Immobile scheitert an Hitz (14.), wird im letzten Moment von Lukasz Piszczek geblockt (15.), dann hat Joaquin Correa nur noch Hitz vor sich (22.) – das zweite Gegentor ist nur eine Frage von Sekunden. Luiz Felipe, der Verteidiger, lässt sich bei einer Ecke nicht lange bitten, innerhalb einer BVB-Abwehrtraube köpft der Brasilianer Hitz an, schon haben sie das 2:0 (23.).

Der BVB ist nicht nur bedient, er ist angeschlagen. Er wehrt sich, nur wie! Jadon Sancho ist viel zu verspielt. Jude Bellingham, das 17-jährige Mittelfeld-Juwel, taucht völlig unter und bleibt zur Pause in der Kabine. Raphael Guerreiro lässt eine dicke Chance liegen (21.), Meunier eine noch dickere (28.), Erling Haaland bleibt an Strakosha hängen (50.), Marco Reus donnert die Kugel in die vierte Etage (55.) – es steckt der Teufel drin.

Und doch lebt die Hoffnung, weil Haaland das 1:2 gelingt (71.). Der Knoten ist geplatzt, da geht wieder was, zumal Lazio mausetot ist. Trotzdem zeigt wieder Immobile, dass er es tatsächlich draufhat: Rückpass auf Joker Jean-Daniel Akpa-Akpro und das 3:1 (76.) tut mehr weh als eine Ohrfeige. Die ersten 90 Minuten in Europas Königsklasse ähneln eher einer Betteltour.