Alphonso Davies hat sich mit Corona infiziert. Die Frage ist nur, ob mit Delta oder Omikron. Foto: Imago Images/Eibner

Der FC Bayern und der Corona-Fluch. Spielt der Rekordmeister Freitag (20.30 Uhr) gegen Gladbach oder nicht? Das letzte Wort hat das Gesundheitsamt in München.

Alphonso Davies wurde als neunter (!) Profi positiv auf das Virus getestet. Doch noch steht nicht fest, welche Variante ihn erwischt hat. Das ist nämlich entscheidend für die Vorsichtsmaßnahmen, die dann das Gesundheitsamt verhängt. Davies hatte zuvor Kontakt mit den Mitspielern, trainierte noch bis Mittwoch mit dem gesamten Team. Bei der Delta-Variante ist das kein weiteres Problem. Bei der neue Omikron-Mutation könnten alle in Quarantäne kommen.

Neun Corona-Fälle, Nagelsmann trotzig: „Ich heule nicht herum!“

Julian Nagelsmann können selbst neun infizierte Spieler nicht die Laune beim Training verderben. Foto: Imago Images/Kolbert-Press

Bis dahin tun die Bayern so, als ob das Gladbach-Spiel stattfindet. Trainer Julians Nagelsmann: „Meine Aufgabe ist es, uns so vorzubereiten, dass es stattfindet. Ich bin keiner, der rumheult, das mache ich nie.“ Der Coach hat seinen Kader mit Nachwuchsspielern aufgestockt. Darunter auch die 16-Jährigen Paul Wanner und Arjon Ibrahimovic, die extra aus Spanien von der U17 des DFB eingeflogen wurden. „Wir haben immer noch eine erste Elf, die mit sehr vielen Weltklassespielern bestückt und sehr, sehr gut ist“, sagt Nagelsmann trotzig.

Ein bisschen ratlos ist der Trainer aber schon, warum gerade beim FC Bayern die Corona-Welle so hart zuschlägt. „Warum wir jetzt mehr Infizierte haben als andere Klubs, kann ich ihnen nicht sagen. Ich weiß, dass wir die Stäbchen relativ weit reinrammen, vielleicht ist das ein Punkt“, scherzte er mit Galgenhumor.

Zwei 16-jährige Bayern-Talente aus Spanien eingeflogen

Der Trainer nimmt aber seine Spieler in Schutz, besonders auch die, die in Urlaub gefahren sind und sich dort infiziert haben wie Kapitän Manuel Neuer, der auf den Malediven festsitzt. Nagelsmann: „Ich bin kein Erzieher, sondern ich bin Fußballtrainer, und wir haben alles Spieler, die in einem mündigen Alter sind und natürlich eine gewisse Eigenverantwortung haben. Es gibt nicht die Option, und die würde ich auch niemals aussprechen, wenn sie nicht per Gesetz geregelt ist, dass man nicht in den Urlaub fahren darf.“

Der Coach verwies dabei auf den Aspekt „psychische Erholung“ im Profisport und erwähnte Dayot Upamecano, der über Weihnachten seine Familie im Senegal besucht habe. Der Trainer: „Dann müsste ich meinem Kumpel, dessen Mutter in Dasing wohnt, auch verbieten, dahinzufahren.“

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