Uli Hoeneß konnte den Krawall bei der Mitgliederversammlung des FC Bayern nicht mehr ertragen und verließ wortlos das Podium. Foto: Imago Images

Der FC Bayern hat nichts mehr zu feiern. Tumulte bei der Jahreshauptversammlung, Rücktrittsforderung gegen Boss Herbert Hainer,  ein geschockter Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Alles wegen des umstrittenen Katar-Sponsors „Qatar Airways“. Mia san narrisch!

Es war längst nach Mitternacht,  Uli Hoeneß wollte am Rednerpult etwas sagen, doch er stand fassungslos da. Hoeneß, der Lautsprecher, die frühere Abteilung Attacke, brachte kein Wort mehr heraus. Und ging vom Podium wieder herunter. Später sagte er: „Darüber muss ich erst einmal schlafen. Das war die schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe.“

"Hainer-raus!"-Rufe

Proteste der Hardcore-Fans im Audi-Dome. Da war die Versammlung schon längst beendet. Foto: Imago Images

Die Hardcore-Fans, die seit Wochen gegen den Sponsor aus Katar, dem Land der wenig vorhandenen Menschenrechte, protestieren, hatten die Versammlung gesprengt. Ihr Hauptangriffsziel war Präsident Hainer. „Hainer raus, Hainer raus“-Rufe hallten um Mitternacht durch den Audi Dome, weil der Boss um Mitternacht die Wortbeiträge abrupt stoppte.  Ein Mitglied stellte sich daraufhin auf einen Stuhl und hielt seine Rede einfach ohne Mikrofon. Es endete mit weiteren Protestgesängen: „Wir sind Bayern - und ihr nicht. Wir sind die Fans, die ihr nicht wollt.“

Gericht stoppte vorher ein Antrag

Zunächst lief die Versammlung noch friedlich. Doch als der Tagesordnungspunkt Anträge dran war, wurde die Stimmung explosiv. Ein Spontanantrag des Mitglieds Michael Ott, über die Beendigung der Partnerschaft mit Qatar Airways nach Vertragsende 2023 abzustimmen, wurde mit Verweis auf eine am selben Tag vom Münchner Landgericht getroffene Entscheidung abgeschmettert. Hainer sagte nur: „Wir werden den Vertrag erfüllen.“

Das brachte einige Mitglieder dann richtig auf die Palme. Und Hoeneß, der Patriarch über Jahrzehnte, der den FC Bayern zur großen Nummer aufgebaut hatte, ging völlig ratlos und gefrustet wegen der stillosen Tumulte nach Hause.  Das stolze „Mia-san-Mia“-Gefühl ist zum „Mia-san-narrisch“ geworden.

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