Soll künftig Regionalliga-Auftsteiger TeBe trainieren: Ex-Union-Profi Markus Zschiesche. Foto: imago images/foto2press

Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern. Regionalliga-Aufsteiger Tennis Borussia ist auf seiner Trainersuche auf der Zielgraden. Und alle Spuren führen zu einem ehemaligen Union-Profi: Markus Zschiesche. 

Vom KURIER damit konfrontiert, wollte der 38-Jährige nicht lügen. "Ja, es stimmt. Wir sind in Gesprächen. Aber unterschrieben ist noch nichts", meinte der Ex-Eiserne, der zwischen Juni 2006 und Januar 2008 44 Spiele für die Eisernen in der damals noch drittklassigen Regionalliga gemacht hat. 

In der Regionalliga Nordost ist der in Tempelhof lebende zweifache Familienvater kein Unbekannter. In der Spielzeit 2017/18 führte er den BAK auf den dritten Platz, ehe er im Jahr drauf anfing, seinen Fußballlehrer zu machen. Nebenbei übernahm er im Frühjahr West-Regionalligist Bonner SC und rettete den vormaligen Hauptstadtklub vor dem Abstieg. Zuletzt war er in Doppelfunktion bei Energie Cottbus tätig, hatte sowohl die B- als auch die A-Junioren unter seinen Fittichen, als die Lausitzer U19-Coach Sebastian Abt zu den Profis hochlobten. Übrigens schaffte Zschiesche, von aller Welt nur Schappi gerufen, auch da den Klassenerhalt in den Junioren-Bundesligen. 

Zschiesche musste ein Jahr zwischen Berlin und Cottbus pendeln

Energies Angebot dort weiter zu arbeiten, überzeugte ihn nicht. Das Interesse von TeBe hingegen schon. "Ich wollte nicht irgendwo in der Oberliga anfangen. Da war ein Klub wie TeBe schon reizvoll", meinte Zschiesche. Zumal ja seit Freitag feststeht, dass der Ex-Bundesligist aufsteigt. Lila-Weißen Stallgeruch besitzt er zudem auch. Von 2015 bis 2017 trainierte der  einstige Mittelfeldspieler die U19 (Regionalliga Nordost) und die U17 (Bundesliga) bei den Veilchen.

Zum Handeln war man an der Mommsenstraße gezwungen worden, weil Oberliga-Coach Dennis Kutrieb trotz aller Erfolge die Lila-Weißen verlässt. Den einstigen BFC-Torjäger zieht es auf die Insel zu Ebbsfleet United aus der fünftklassigen National League.

Zumindest wäre mit dem Engagement bei den Charlottenburgern für Zschiesche die Zeit des Pendelns vorbei. Mit dem Zug ist er fast jeden Tag die rund 70 Minuten in die Lausitz gefahren. "Da konnte man sich immer super vorbereiten", meinte Zschiesche zwar. Doch jeder, der diese Tour täglich auf sich genommen hatte - und sei es in umgekehrter Richtung wie früher René Rydlewicz beim BFC Dynamo - weiß, dass das auf die Dauer schon schlaucht. 

TeBe will den Klassenerhalt

"Das kommenden Jahr wird für TeBe zu einer großen Herausforderung", weiß Zschiesche. "Es kann nur um den Klassenerhalt gehen... Kein einfaches Unterfangen, da die Zahl der Absteiger größer sein wird, wegen der voraussichtlichen Aufstockung der Liga. In einem Worst-Case-Szenario, bei dem sich Lok Leipzig nicht in der Relegation durchsetzt gegen den Westvertreter und aus der 3. Liga bis zu vier Nordostklubs runterkommen, könnte die Regionalliga in der Spielzeit 20/21 bis zu 23 Teams umfassen. Da ist ein Hauen und Stechen vorprogrammiert. 

Doch die Veilchen haben Großes vor. Sie sind gekommen, um zu bleiben. "Wir haben nicht zehn Jahre auf die Rückkehr in die Regionalliga gewartet, um dann postwendend wieder abzusteigen“, erklärte Günter Brombosch, der Vorstandsvorsitzende der Lila-Weißen, jüngst gegenüber dem Tagesspiegel.