Berlin Blau-Weiß oder Rot-Weiß – es gab schon einige Derbys zwischen Hertha BSC und dem 1.FC Union. Doch dieses Stadtduell am Mittwoch setzt an Spannung noch mal einen drauf – nicht in der Liga, sondern im Achtelfinale des DFB-Pokals. Es kann nur einen Sieger geben. Die taumelnde große Hertha oder das Sensationsteam von aus Köpenick? Es kribbelt schon in beiden Lagern.

Blickpunkt Hertha: Das 0:0 in Wolfsburg war kaum beendet, da sprachen die Profis schon von dem Spiel der Spiele in diesem jungen Jahr. Torwart Alexander Schwolow: „Jetzt wartet eine spannende Woche auf uns: Erst ein heißer Tanz gegen Union, dann die Bayern. Der Fokus liegt nun aber klar auf dem Derby.“

Verteidiger Niklas Stark verspricht: „Am Mittwoch wollen wir unseren Fans ein Geschenk machen und eine Runde weiterkommen.“ Vladimir Darida, eigentlich eher ein ruhiger Vertreter, bläst zum Angriff: „Wir wollen Union schlagen und ins Viertelfinale.“

Für die Blau-Weißen geht es nach dem bisher schlechten Abschneiden in der Bundesliga, um wirkliche Wiedergutmachung. Dieses Pokalderby kann die Fans wenigstens für ein paar Tage glücklich machen. Das sieht auch Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Torsten Jörn-Klein so. Auf der digitalen Mitgliederversammlung appellierte er eindringlich an die Spieler: „Die Profis schauen jetzt auch am Computer zu und ich rufe ihnen zu: Alle Kraft auf das wichtigste Spiel des Jahres.“

Blickpunkt Union: Die Fans waren sofort da, was den Mittwoch angeht. Sie besangen beim 2:1 über Hoffenheim schon voller Vorfreude den Stadtmeister. Also Berlins Nummer eins. Nicht nur, weil die Eisernen das derzeit tabellarisch sind. Sondern weil sie das auch im Olympiastadion untermauern wollen.

Groß ins Horn blasen die Eisernen aber nicht. Warum auch? Sie wissen um ihre Stärke. Konnten ja sogar den Ausfall von Taiwo Awoniyi (Afrika-Cup) in der Rückrunde verkraften und kompensierten auch den Abgang von Marvin Friedrich (nach Gladbach). Und die Sprüche aus dem Westend der Stadt klingen in ihren Ohren eher so wie das berühmte Pfeifen im Walde. „Wir wollen die nächste Runde erreichen, das ist der klare Plan. Es ist ein großes Spiel für den kompletten Verein“, meinte Grischa Prömel nur. Und hatte dabei nicht die 1,04 Millionen Euro Prämie im Sinn, die ein Einzug ins Viertelfinale bringen würde.

Nein, Union geht es vorrangig ums Prestige. Die Bedeutung hat selbst Winter-Neuzugang Dominique Heintz schon verinnerlicht: „Ich fiebere dem Spiel schon entgegen. Ich habe schon einige Derbys erlebt. Da freue ich mich einfach nur drauf.“

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