Bayern-Star Joshua Kimmich ist als Impf-Skeptiker nicht allein. Zahlreiche Profis verweigern den Corona-Piks. AFP (2), dpa, Imago

Die Aufregung beim DFB ist vor dem WM-Quali-Spiel gegen Liechtenstein (Donnerstag, 20.45 Uhr , RTL) groß. Gleich neun Spieler stehen Bundestrainer Hansi Flick wohl pandemiebedingt nicht zur Verfügung. Ein Blick auf die Sportwelt zeigt: Etliche Stars sind nicht geimpft – und das aus teils kuriosen wie absurden Gründen.

Joshua Kimmich ist nicht allein. Der Bayern-Spieler, in den vergangenen Wochen Spielball der Impf-Debatte, hatte sich nach dem Bekanntwerden seinen Impf-Status als Piks-Skeptiker geoutet.

Offiziell hüllt sich der DFB nach dem neuesten Corona-Chaos in Schweigen. Team-Arzt Tim Meyer weicht Fragen aus, verweist zu Recht auf seine Schweigepflicht. Doch nach der verhängten Quarantäne gegen vier Spieler ist wohl klar: Auch Kimmichs Bayern-Kollegen Jamal Musiala und Serge Gnabry sind nicht geimpft, ebenso Salzburg-Profi Karim Adeyemi.

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Angekommen, um wieder abzureisen: Die Bayern-Stars Serge Gnabry und Joshua Kimmich mussten das DFB-Hotel in Wolfsburg sofort verlassen.

Impf-Skeptiker verlieren Millionen

Das Quartett reiste zusammen mit Niklas Süle an, der trotz doppelter Impfung positiv auf Corona getestet wurde. Anders als vier weitere Spieler (Leroy Sané, Manuel Neuer, Jonas Hofmann und Florian Neuhaus sind wohl geimpft und stehen laut DFB-Manager Oliver Bierhoff nur unter Beobachtung), die ebenfalls im Süle-Flieger saßen, mussten Kimmich und Co. abreisen und sich in Quarantäne begeben – und dürfen frühestens nach 7 Tagen und negativen Testergebnissen wieder raus.

Flick betonte am Mittwoch, es gebe in Deutschland keine Impfpflicht und jene, die sich nicht impfen lassen, dürften nicht verurteilt werden. „Für mich ist es trotzdem der einzige Weg aus der Pandemie, dass man sich impfen lässt“, sagte der Bundestrainer. „Jeder hat am Ende die Verantwortung für sich und das Recht, das zu verweigern.“ Seine Meinung sei „ganz klar“, dass er sich wünsche, dass die Spieler geimpft seien.

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Pikant: Seit November haben Ungeimpfte keinen Anspruch auf Lohnfortzahlungen. Ob der FCB Kimmich das Gehalt kürzt, ist nicht bekannt. Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von rund 20 Millionen Euro würde Kimmich für sieben Tage zu Hause satte 384.000 Euro weniger kassieren. Und doch Peanuts im Vergleich dazu, was manch andere Stars an Einbußen als Impf-Skeptiker in Kauf nehmen.

Aaron Rodgers probiert’s mit Homöopathie

Kyrie Irving: Der Basketballer der Brooklyn Nets war einer der ersten Stars, der kundtat, sich keinesfalls gegen das Coronavirus zu immunisieren. Deswegen darf er aufgrund der Covid-19-Regeln im Bundesstaat New York die heimische Halle nicht mehr betreten und wurde schließlich ganz aus dem Kader gestrichen. Irving verliert dadurch allein in dieser Saison rund 12 (!) Millionen Euro.

Aaron Rodgers: Der NFL-Footballer der Green Bay Packers erklärte noch im Sommer, gegen Covid-19 immunisiert zu sein. Eine Flunkerei, wie jetzt klar wird. Wie US-Medien berichten, ist er nämlich nicht geimpft. Rodgers soll beantragt haben, eine homöopathische Behandlung als Impfung anzuerkennen – und scheiterte damit. Nun hat er sich mit Corona infiziert.

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Premier League hat massives Problem

Novak Djokovic: Auch der Serbe gilt als Impf-Skeptiker, geriet mit seiner mitten in der ersten Welle organisierten Adria-Tour in die Kritik, nachdem er das Showturnier ohne jegliche Hygiene- und Abstandmaßnahmen veranstaltete und sich zahlreiche Zuschauer und Spieler infizierten. Djokovic schweigt seitdem weiter über seinen Impf-Status. Auch seine Kollegen Daniil Medwedew und Stefanos Tsitsipas halten sich zurück. Spätestens im Januar herrscht Klarheit. An den Australien Open dürfen nur geimpfte Spieler teilnehmen.

Evander Kane: Der Eishockey-Profi des NHL-Teams der San Jose Sharks flog mit einem gefälschten Impfzertifikat auf und wurde von der Liga für 21 Spiele gesperrt. Kanes Gehalteinbußen: Mehr als zwei Millionen Dollar.

Verschwörungstheorien in der Kabine

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Dass Englands höchste Fußball-Liga ein Impfproblem hat, ist schon länger bekannt. Wie dramatisch die Situation  wirklich ist, zeigt ein Bericht der „Daily Mail“. Nur mickrige 33 Prozent aller Spieler seien vollständig geimpft. Lediglich sieben der 20 Premier-League-Klubs haben in ihrem Kader eine Impfquote von mehr als 50 Prozent.

Wie frustrierend die geringe Quote für die Vereinsärzte ist, verriet ein Doc der „Daily Mail“: „Es ist sehr frustrierend und schwer zu akzeptieren, da sich die Verschwörungstheorien in einigen Umkleidekabinen wirklich durchgesetzt haben.“ Der Vereinsarzt weiter: „Ein Spieler sagte mir, er brauche den Impfstoff nicht, weil er seine Immunität durch die Einnahme von Vitaminen stärken könne.“

Noch bizarrer: „Manche Dinge, die sie im Internet lesen – und glauben –, sind unfassbar. Die Spieler sagen, dass die Impfung sie unfruchtbar machen wird, dass es Teil einer Verschwörung ist, an der Bill Gates beteiligt ist, die Pandemie ist nur Propaganda“, gibt der der Mediziner die Theorien einiger Spieler weiter und malt ein düsteres Bild: „Das Problem ist, dass sie auch die Köpfe jüngerer Spieler verschmutzen.“

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