So sehen Sieger aus! Eintracht Frankfurts Spieler haben die Trophäe in der Hand. AFP/Soriano

Endlich mal ein anderer Klub! Nicht der FC Bayern ist Deutschlands Euro-König, sondern Eintracht Frankfurt. Was für ein historischer Triumph der Hessen, 6:5 nach Elfmeterschießen im Finale gegen die Glasgow Rangers in der magischen Nacht von Sevilla. Europapokalsieger Frankfurt – die Dimensionen dieses Titels werden alle wohl erst in ein paar Wochen richtig begreifen. Denn die Hessenmetropole ist im Partyrausch.

Für Eintracht ist es nach 42 Jahren wieder ein Euro-Titel, nach Deutschland kommt der Pokal nach 25 Jahren (Schalke 1997) wieder zurück. Frankfurt ist durch den Gewinn jetzt sogar für die Champions League qualifiziert. Die Bundesliga stellt damit nächste Saison acht (!) Klubs im internationalen Wettbewerb. Schöne Zahlen, die den ganzen Stolz, die ganze Freude aber nicht ausdrücken können.

Flick, einer der ersten Gratulanten

Bundestrainer Hansi Flick war einer der ersten Gratulanten: „Das ist die Krönung einer herausragenden Leistung in der Europa League.“ Und Torwart Kevin Trapp bekam die höchste Anerkennung von Flick: „Kevin hat eine herausragende Form.“ Selbst Bundeskanzler Olaf Scholz reihte sich ein und erklärte: „Herzlichen Glückwunsch, Eintracht! Was für ein großartiger Erfolg. Wir freuen uns alle mit euch über den Europapokalsieg!“

Es ist ein Sieg für die Ewigkeit. Getragen von den Eintracht-Fans. Bei jedem Europa-League-Spiel wuchsen die Profis über sich hinaus. Auch in Sevilla. Es war ein nervenaufreibender Krimi. Kapitän Sebastian Rode mit blutenden Kopfwunde, er hielt mit Turban durch. Ein Vorsänger-Fan fiel auf der Tribüne von der Brüstung – Bein gebrochen!

Doch die Schmerzen sind so schnell vergessen – bei diesem epochalen Ding. 0:1-Rückstand, 1:1-Ausgleich, Verlängerung, Elfmeterschießen, bei dem Torwart Trapp mit dem gehalten Elfer zum absoluten Euro-Helden wurde. Danach nur noch Party. Der eher ruhige Trainer Oliver Glasner (47) konnte das ganze Glück auch noch nicht fassen und sagte: „Ich lasse die Sau raus und feiere jetzt bis Samstag durch – und am Sonntag gehe ich in Urlaub.“

Euro-Held Trapp: „Keine Worte, um das zu beschreiben“

Torwart Kevin Trapp wehrte den Elfmeter von Glasgows Aaron Ramsey mit dem Fuß ab. Das war der Sieg. Foto: Imago Images

Siegesrausch überall, im Stadion von Sevilla und auch in der Frankfurter Arena, wo 60.000 Fans am Großbildschirm mitfeierten. „Es wird ein paar Jahre dauern, bis einem die Tragweite bewusst wird“, sagte Rode. „Wir haben immer nach Superlativen gesucht. Aber es gibt einfach kein Wort, um das zu beschreiben“, sagt Elfer-Hero Trapp.

„Die Jungs kamen vor dem Elferschießen zu mir und haben gesagt: ,Du holst uns das Ding!‘ Die Anspannung, die es in diesem Moment gibt, kannst du nicht trainieren. Ich bin stolz, dass ich einen Teil dazu beitragen konnte“, sagt der Nationaltorwart bescheiden.

Party geht am Frankfurter Römer weiter

Am Donnerstagnachmittag strömten die Eintracht-Fans zum Frankfurter Römer. Foto: dpa

Bei den Worten Trapps ging in der Bankenmetropole die Party schon richtig los. Binnen Minuten füllten sich die Straßen: Autofahrer starteten Hupkonzerte, Korsos bildeten sich, Fans schwenkten ihre Schals, schrien und sangen. Fremde lagen sich jubelnd in den Armen. „Es war eine unglaubliche Europa-League-Reise. Jetzt sind wir einfach glücklich, mit den Fans feiern zu können“, sagte Rode.

Nach durchzechter Nacht in Sevilla flogen die Euro-Helden Donnerstagnachmittag zurück nach Frankfurt. Einige Fans warteten schon am Airport. Der große Jubelempfang begann dann am Abend am Römer mit geschätzt über 200.000 Menschen. Eintracht-Präsident Peter Fischer: „Ich bin so stolz, wir haben unsere Frankfurter Region, nein, wir haben ganz Deutschland glücklich gemacht.“

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