Ungarns Attila Fiola feiert sein Tor gegen Weltmeister Frankreich.  Foto: imago/
Gabor Sas

Siehst du Jogi, so wird das gemacht! Das kleine Ungarn erstarrte nicht in Ehrfurcht vor dem vielleicht gerade besten  Team der Welt. Sondern haute in Budapest einen raus. 1:1 (1:0) gegen die Übermacht Frankreich. Und am Ende haben sie sich nicht mal zum Unentschieden gezittert. 

Kennen Sie Attila? Ne, nicht Hildmann, den Verschwörungstheoretiker.  Auch nicht Attila, den Hunnenkönig. Auch wenn Sie damit zumindest geographisch der Sache etwas näher kommen. Denn dessen Machtzentrum entsprach im fünften Jahrhundert ungefähr dem heutigen Ungarn. Nein, es geht um Attila Fiola.

Attila Fiola lässt Ungarn träumen

Der hat schon 31 Lenze auf dem Buckel, spielte bislang nur in Ungarn und ist damit außerhalb seiner Heimat kaum einem Menschen eine Nachricht wert. Frankreich hatte ihn auch nicht auf dem Zettel. Und doch schockte der Abwehrspieler den Weltmeister, weil er die tapfer kämpfenden Ungarn vor der Pause mit 1:0 in Führung brachte (45.+2) und den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf stellte. 

Willi Orban kennt man hierzulande. Und natürlich Peter Gulacsi, seinen Leipziger Kollegen und Ungarns Nummer 1.  Der sorgte mit seinen Paraden mehrfach dafür, dass Frankreich mehr Mühe hatte als ihnen lieb war. Nur einmal war er machtlos und Antonine Griezmann zur Stelle. Weil Kylian Mbappés Einzelaktion am Ende von Orban ihm direkt vor den Füßen landet und der Barca-Star keine Probleme hatte, so den Ausgleich zu markieren (66.). 

Wer nun damit rechnete, dass die Partie kippte, irrte. Die Franzosen kickten ein bisschen vor sich hin in dem sicheren Glauben, dass sie die zweite Bude irgendwann schon machen würden. Klappte nicht. Und jetzt träumen die Ungarn vom Achtelfinale. Und einer Revanche für 1954 gegen Deutschland, als der haushohe Favorit am Ende sensationell im WM-Finale gegen Fritz Walter, Helmut Rahn & Co. mit 2:3 den Kürzeren zogen.