Antonio Rüdiger (r.) zeigt im Zweikampf klare Kante wie hier gegen Lettlands  Raivis Jurkovskis.  Foto: AFP

Tick, tack, tick, tack! Die Uhr läuft für Deutschlands EM-Start. Morgen in München (21 Uhr, ZDF) müssen Jogis Jungs gegen Weltmeister Frankreich auf den Punkt da sein. Körperlich und mental! Verteidiger Antonio Rüdiger (28) machte allen noch mal klar, wie gegen die starken Franzosen zu spielen ist – mit Grätsche statt L’Amour.

Der Abwehr-Star vom FC Chelsea, der oft einen grimmigen, fast furchteinflößenden Blick hat, gibt das Zweikampf-Rezept mit heftiger Würze aus: „Wir müssen für Eins-gegen-eins-Situationen bereit sein. Auch mal ein Zeichen setzen. Mit lieb sein kommst du da nicht weit.“ Das heißt nichts anderes, als dass Frankreichs Stürmer Karim Benzema, Antoine Griezmann und Kylian Mbappé die volle Härte zu spüren bekommen.

„Frankreich kann ruhig Favorit sein“

Es sind Superstars der Equipe Tricolore, doch das kann Rüdiger überhaupt nicht beeindrucken. Fast trotzig sagt der 1,90-m-Hüne: „Auf dem Papier haben sie natürlich sehr große Namen. Aber das ist nur Papier. Sie können ruhig Favorit sein.“

Abräumen in der Abwehr und Aufräumen mit der allgemeinen Wahrnehmung, dass die DFB-Elf nur Außenseiter ist in dieser Auftaktpartie. Das ist Rüdigers Botschaft: „Wir müssen unser Spiel diktieren. Wir können das, wir sind bereit.“

In den vergangenen Tagen hat der Bundestrainer im Trainingscamp in Herzogenaurach noch mal das passende System fürs Spiel gegen den Weltmeister im Training einstudiert. Rechtsverteidiger Lukas Klostermann sagt: „Ich will nicht zu viel verraten. Aber wir haben uns in den letzten Tagen und Wochen auf und neben dem Platz sehr gut vorbereitet.“

Ob der Leipziger spielen wird, weiß er noch nicht. Denn noch ist nicht klar, ob Löw Bayerns Joshua Kimmich auf der rechten Seite oder im defensiven Mittelfeld aufstellt.

Timo Werner lobt Rüdiger

Rüdiger, der wegen einer Kopfverletzung noch mit Maske spielt, ist dagegen gesetzt. Kein Wunder! Sein Chelsea-Kollege Timo Werner lobt den gebürtigen Berliner, der früher mal bei Hertha 03 Zehlendorf spielte, in den höchsten Tönen:   „Es tut gut, so einen Krieger wie Antonio da hinten drin zu haben.“

Rüdiger sagt zu solchen Komplimenten nur: „Ob ich ein Weltklasse-Spieler bin, müssen andere beantworten. Ich weiß, dass ich noch an mir arbeiten muss. Und das tue ich.“ Morgen gegen Frankreich kann er seine Arbeit mit einer Knallhart-Gala krönen.

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