Dänemarks Spieler stehen geschockt um Eriksen, der auf dem Platz eine Herzattacke erlitt, herum.  Foto: dpa

Dänemark steht das wohl emotionalste Spiel der Geschichte bevor. Fünf Tage nach dem Drama um Christian Eriksen (29) beim 0:1 gegen Finnland steht das Spiel gegen Belgien an (18 Uhr). Doch Dänemarks Nationalspieler bleiben tapfer. Alle wollen wieder spielen. Keinem gönnt man den Sieg mehr als Dänen.

Nationaltrainer Kasper Hjulmand hatte seinen Spielern selbst überlassen, ob sie nach den furchtbarem Vorfall wieder auf den Rasen können und wollen. Das größte Fragezeichen war bei Kapitän Simon Kjaer. Er ist eng mit Eriksen befreundet, er war derjenige, der lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen einleitete, er tröstete Eriksens Freundin Sabrina. Eine psychische Krisenbelastung, die keiner so leicht wegsteckt. Besonders nicht nach fünf Tagen.

„Das war hart für Simon. Aber er hat Charakter und ist ein großartiger Mensch“, sagt Mittelfeldspieler Thomas Delaney von Borussia Dortmund. Kjaer, der harte Wikinger, steht trotzdem bereit. „Es sieht bei allen gut aus. Das Training war wieder ein wichtiger Schritt. Wir haben ein starkes Team“, erklärte Coach Hjulmand.

Dass alle spielen wollen, liegt auch an Eriksen selbst. „Jetzt werde ich bei den nächsten Spielen mit den Jungs des dänischen Teams jubeln. Spielt alle für Dänemark!“, hatte er vom Krankenbett allen Mut gemacht. Der Mittelfeldspieler von Inter Mailand wird heute im Reichshospital, welches nur 1,2 Kilometer vom Kopenhagener Stadion entfernt ist, den Fernseher einschalten und mit seinen Dänen mitfiebern.

Hjulmand: „Das Krankenhaus ist in der Nähe, wahrscheinlich wird er also auch den Lärm hören. Ich denke, er wird sein Nationaltrikot anziehen.“

Stürmer Martin Braithwaite: „Ich weiß, dass Dänemark in allen schwierigen Situationen zusammenhält. Es wird eine wahnsinnige Unterstützung geben, sie wird uns Spielern helfen.“ Nicht nur die Dänen drücken alle Daumen. Die ganze Fußballwelt tut es.

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