Bundestrainer Joachim Löw (l.) und und Stürmer Timo Werner im intensiven Gespräch. Foto: dpa

Na, kribbelt es schon? Morgen (18 Uhr, ARD) steigt der Turnier-Klassiker, die Mutter aller Schlachten – Deutschland gegen England. Die Widrigkeiten sind groß. Die DFB-Elf darf heute nicht mal das Abschlusstraining im Wembley-Stadion machen. Der Rasen soll geschont werden. Dazu mussten Antonio Rüdiger (Erkältung) und Ilkay Gündogan (Schädelprellung) pausieren. Damit es trotzdem im Achtelfinale klappt, sind Agenten gefragt. Davon hat der Bundestrainer gleich neun im Team. Im Auftrag ihrer Jogistät: Spione, die von der Insel kamen.

Löw unterhielt sich schon mit Havertz und Werner

Jeder Tipp ist hilfreich, um die Engländer auch diesmal wieder zu schlagen. Das weiß auch Löw. Väterlich legt der Bundestrainer auf dem Trainingsplatz in Herzogenaurach den Arm auf die Schulter von Kai Havertz. Der zweifache Turniertorschütze spielt beim FC Chelsea. Genau wie auch Stürmer Timo Werner, mit dem sich Löw länger unterhält. Der dritte Mann vom Londoner Nobelklub ist Rüdiger. Der Verteidiger, weiß genau wie die englischen Stürmer Harry Kane, Raheem Sterling und Marcus Rashford laufen. Er kennt sie alle aus der Premier League.

Dazu kommen noch drei weitere England-Legionäre mit Ilkay Gündogan, der bei Manchester City spielt, Ersatztorwart Bernd Leno von Arsenal London und Robin Koch von Leeds United.

Und es gibt noch zwei echte Schläfer – also Spione, die erst jetzt aktiviert werden, obwohl sie lange im Ausland tätig waren. Der umstrittene Leroy Sane, der vor seinem Bayern-Wechsel im vergangen Jahr vier Jahre bei Manchester City war. Und Stürmer Serge Gnabry, der von 2011 bis 2016 bei FC Arsenal sein Glück versuchte. Gerade die beiden können Löw wichtige Hinweise geben, auf was die Engländer bei der Nachwuchsarbeit in den vergangenen Jahren besonderen Wert in Sachen Taktik und Technik gelegt haben.

Musiala weiß, wie Englands junge Spieler ticken

Das weiß auch der Benjamin der Truppe. Jamal Musiala (18) ist schließlich Deutsch-Engländer und spielte noch bis zum November 2020 für Englands U21 und wurde beim FC Chelsea ausgebildet. Der Jungprofi wurde in Stuttgart geboren, ist aber im Alter von sieben Jahren nach England gezogen und wuchs dort auf.  Der Flügelflitzer hofft auf seinen zweiten Einsatz beim Turnier.

„Das ist ein Spiel gegen meine zweite Heimat. Es wird ein cooles Spiel“, sagt Musiala. Verdient hat der quirlige Wirbelwind die Spielminuten in Wembley auf alle Fälle. Schließlich rettete er nach seiner Einwechslung in der 82. Minute Deutschland mit seiner Flanke, die Havertz zum 2:2 gegen Ungarn vollendete, ins Achtelfinale. Musiala: Joker, Wunderkind, Spion und vielleicht morgen der Held von Wembley. Das würde die Engländer doppelt ärgern …

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