Daumen hoch! Routinier Thomas Müller (r.) und Team-Benjamin Jamal Musiala gehen optimistisch das Achtelfinale gegen England an. AFP

Das ist die beste Nachricht von der Nationalmannschaft. Thomas Müller (31) meldet sich rechtzeitig vor dem Achtelfinale am Dienstag gegen England im Wembleystadion in London (18 Uhr, ARD) nach seinen Knieproblemen wieder fit zurück. Hurra, es müllert wieder!

Nach zwei Tagen Pause machte der Bayern-Profi gestern das Mannschaftstraining wieder komplett mit. „Wenn ich Probleme hätte, hätte ich nicht trainiert. Die Kapselverletzung behindert mich nicht, die können wir ad acta legen“, erklärte Müller. Zum Glück ist das Sprachrohr, der Anführer, der Pusher, wieder zurück. Er hat die nötigen Erfahrung, schließlich ist diese EM seit der WM 2010 schon sein fünftes großes Turnier.

„Radio Müller“, so sein Spitzname, ging gestern bei der Pressekonferenz in die Offensive: „Wir haben Lust, wir wollen den nächsten Schritt machen.“

So legte Thomas Müller Sonnabend im Training wieder los. Foto: dpa

Gegner England ist Müllers Liebling

Und Gegner England liegt Müller einfach. Beim 4:1 gegen die Briten bei der WM 2010 in Südafrika glänzte der damals 20-jährige   im Achtelfinale als zweifacher Torschütze. Müller schmunzelt: „Wir versuchen, uns im Fußball-Geschäft an Erinnerungen festzuklammern.“

Wembley – ein Zauberwort für alle Fußballer und ganz besonders für Müller. 2013 triumphierte er in der Kultstätte, wurde mit Bayern dort Champions-League-Sieger (2:1 gegen Dortmund).

Zurück zum Achtelfinale gegen England: Müller hat noch nie bei einer EM ein Tor geschossen. Zeit wird es. Doch der Spaßvogel der Truppe wird bei diesem Thema ernst: „Das steht in meiner Tagesordnung nicht auf Platz eins.“ Wichtig ist nur ein Sieg, das Erreichen des Viertelfinals.

„Knapp gewinnen, ist keine Schande!“

Der nach zweieinhalb Jahren von Bundestrainer Löw zurückgeholte Routinier lässt sich auch nach dem schwierigen Start ins Turnier mit der Zitter-Bibber-Vorrunde und dem glücklichen Weiterkommen nach dem knappen 2:2 gegen Ungarn nicht aus der Ruhe bringen: „Man wünscht sich, dass eine Mannschaft jedes Spiel überzeugend gewinnt und dominiert. Aber das funktioniert nicht in der heutigen Zeit. Ein Spiel knapp zu gewinnen, ist keine Schande.“

Doch zufrieden kann Müller mit der bisherigen Leistung des DFB-Teams trotzdem nicht sein. Die große Frage bleibt: Wie bekommt Löw Konstanz in dieses Team?

Baut Löw das Team um?

Ringt sich der Bundestrainer dazu durch, Joshua Kimmich – wie in der zweiten Hälfte gegen Ungarn – wieder ins Zentrum zu verschieben? Spielt Leon Goretzka von Anfang an? Löw übt sich in Zweckoptimismus: „Wenn wir das abrufen, was wir können, dann sind wir stark. Wenn wir Dinge nicht so umsetzen, kriegen wir Schwierigkeiten.“

Müller wird im Hexenkessel Wembley schon dafür sorgen, dass alle hellwach sind.

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