Hollands Georginio Wijnaldum feiert den Führungstreffer gegen die Ukraine.  Foto: imago/AFP/Olaf Kraak

Sieben Jahre hatten die Holländer bei Großturnieren  nur zusehen dürfen, viel Spott und Häme aus dem Nachbarland ertragen müssen. Nun versuchten sie mit viel Einsatz das alles wieder wett machen. Und die Mannschaft von Bondscoach Frank de Boer legte einen beachtlichen Auftritt hin, ließt sich auch von einem zwischenzeitlich verspielten Zwei-Tore-Vorsprung nicht aus der Ruhe bringen und schlug die Ukraine  mit 3:2 (0:0). 

All das verfolgt mit zustimmenden Blicken von Jessica Wellmer. Die ARD-Frau hatte nämlich zu befürchten, dass sie ihren Co-Moderator Bastian Schweinsteiger per Huckepack aus dem Stadion hätte tragen dürfen, wenn die Ukraine – wie er fälschlicherweise prophezeite – innerhalb der ersten zehn Minuten in Führung gegangen wäre. 

Wäre bestimmt ein lustiger Anblick gewesen, wenn die 1,73 m große Journalistin den zehn Zentimeter größeren Ex-Profi  rücklings aus dem Johan-Cruyff-Stadion  geschleppt hätte. Leider blieben uns diese Bilder verwehrt, denn die Elftal gab sich kaum Blößen in den ersten 45 Minuten, bestimmte das Geschehen. Wenn es was zu bemängeln gab, dann die Tatsache, dass die Niederländer, angetrieben von dem unermüdlichen Memphis Depay, viel zu fahrlässig mit seinen Möglichkeiten umging. 

Ukraine stellt Partie auf den Kopf

Das gleiche Bild nach der Pause in der von Felix Brych umsichtig geleiteten Partie. Nur das Oranje unter den Blicken von Königin Maxima jetzt ins Schwarze traf. Erst versenkte Georgino Wijnaldum die Kugel (52.), dann legte Wolfsburgs Wout Weghorst nach (59.). 

Und doch geriet der bis dahin klare Erfolg noch einmal in Gefahr, als Jarmolenko einen wundervollen Schlenzer ins linke obere Dreiangel setzte (75.). Zu spät, um Schweinsteiger zum Wettgewinner zu machen. Aber früh genug, um eine Pointe zu setzen. Denn wenig später wurde das Spiel endgültig auf den Kopf gestellt, als Roman Jaremtschuk per Kopf zum 2:2 (79.) ausglich. 

War's das? Nö! Denzel Dumfries gab dem Spiel mit seinem Kopfball zum 3:2 (85.) noch einmal eine andere Wendung. Nerven zu bewahren, wenn es unvermittelt nicht läuft, ist auch eine Stärke. Hup, Holland, hup!