Italien Trainer Roberto Mancini hebt nach dem Halfbinal-Elferkrimi gegen Spanien beide Fäuste.  Foto: AFP

Italien lag 2018 in Trümmern. Zum ersten Mal nach 60 Jahren nicht bei einer WM dabei. Trainer Roberto Mancini übernahm und nach drei Jahren strahlt die Squaddra Azzurra wieder – EM-Finale! Für den neuen Bundestrainer Hansi Flick ein echter Mutmacher.

Im Juni 2018 letzte Niederlage 

Mancini übernahm im Mai 2018 das Amt. Da war Italien nur noch eine Randfigur im Weltfußball. Sie durften nur noch als Testspielgegner für den späteren Weltmeister Frankreich kurz vor der WM antreten und verloren 1:3. Es war die letzte und einzige Niederlage unter Mancini. „Niemand hat an uns geglaubt, als wir angefangen haben. Niemand“, sagte der 56 Jahre alte Trainer und sagt jetzt stolz: „Ich muss mich bei den Jungs bedanken, die immer daran geglaubt haben. Aber es gibt noch etwas zu erledigen.“

Seit 33 Spielen ist das Nationalteam ungeschlagen. Mancini formte in drei Jahren eine titelreife Mannschaft, während in diesen drei Jahren beim DFB unter den ehemaligen Bundestrainer Jogi Löw nicht viel passierte.

Die Tifosi bejubeln nach dem gewonnen Elferkrimi gegen Spanien (5:3 n.E.) ihre EM-Helden. Der erste Titel nach dem WM-Triumph 2006 ist ganz nah.

Doch Italiens Coach Roberto Mancini tritt auf die Euphoriebremse. Denn er musste zugeben, dass gegen starke Spanier für sein Team eine große Portion Glück notwendig war. „Es war ein hartes Spiel, sie haben uns in Schwierigkeiten gebracht und wir haben gelitten“, urteilt Mancini.

Mit einer großen Energieleistung hatten sich die Azzurri in die Verlängerung und schließlich ins Elfmeterschießen gerettet, wo Mittelfeldspieler Jorginho den entscheidenden Versuch ziemlich frech und cool verwandelte. „Elfmeterschießen ist immer eine Lotterie“, gab Mancini zu. „Kompliment an Spanien.“

Chiesa: „Schönste Nacht meiner Karriere“

Die Italiener genossen dieses besonderen Triumph. „Das war ohne Zweifel die schönste Nacht meiner Karriere. Ein unglaublicher Traum“, sagte Offensivspieler Chiesa, der die Azzurri in Führung gebracht hatte (60. Minute). Beim Jubeln auch dabei war ein Trikot des verletzten Leonardo Spinazzola, der sich im Viertelfinale die Achillessehne riss und mehrere Monate ausfällt. Auch für ihn wollen die Italiener nun den Titel gewinnen. „Ein azurblaues Märchen ohne Ende“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“.

„Jetzt fehlt noch ein Spiel“, sagt Mancini. Beim Blick auf das Endspiel am Sonntag im Wembley-Stadion gegen Gastgeber England oder Dänemark ist der Konkurrent egal. Chiesa kündigte an, dass das Team entspannt das zweite Halbfinale verfolgen werde – ohne einen Wunsch für den Gegner: „Wir müssen uns auf uns konzentrieren, das hat uns bis ins Finale gebracht“, forderte er. Der 34. Sieg in Folge, dann ist der Titel da.

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