Und zack! Wieder ist die Kugel drin. Gladbachs Alassane Plea düpiert Dortmunds Jude Bellingham und Roman Bürki. Foto: imago images/Uwe Kraft

Marco Reus schleuderte wutentbrannt seine Trinkflasche weg, Sportdirektor Michael Zorc gab sich ungewohnt schmallippig. Möglicherweise bekam Gladbachs Trainer Marco Rose am Freitag eine genauere Vorahnung, auf was er sich bei einem Wechsel zu Borussia Dortmund im Sommer einlassen würde. Schon nach wenigen Wochen im Amt ist sein aktueller BVB-Kollege Edin Terzic auf dem besten Weg, als nächster Trainer am hochwertigen, aber schwierigen Kader der Dortmunder zu scheitern. Nach dem spektakulären 2:4 (2:2) in Mönchengladbach rutscht Dortmund in die Krise. 

Bei den Fohlen bereiten sie sich derweil auf den Fall vor, dass Rose seine Option ziehen sollte und im Sommer zu den Schwarz-Gelben will. Max Eberl soll schon mit Ajax-Coach Erik ten Hag telefoniert haben. Angeblich nur, um sich mal kennen zu lernen. 

Ob Rose wirklich diesen Schritt geht, ist offen. So offen wie die Dortmunder Hintermannschaft. Zehn Gegentreffer in den letzten sechs Spielen stehen da zu Buche. Sieben Punkte aus diesem halben Dutzend Begegnungen sind auch unter dem Anspruch, den sie beim BVB pflegen. Der Dortmunder Niedergang, den der 1.FC Union durch ein 2:1 einleitete und bei der die Rückkehr von Erling Haaland mit Siegen gegen Wolfsburg (2:0) und in Leipzig (3:1) nur kurzfristig die vermeintliche Wende zum Besseren einläutete, gipfelte in einer katastrophalen englischen Woche mit nur einem Zähler aus drei Partien. Und der wurde auch noch gegen das seinerzeitige Schlusslicht Mainz geholt.

Bürki kassierte schon 26 Buden

Alles viel zu wenig! Reus ist ein Schatten seiner selbst. Abwehrchef Mats Hummels vornehmlich damit beschäftigt, seine Aura vor sich her zu tragen. Und Julian Brandt scheint wohl das ewige Talent bleiben. Selbst der eigentlich sichere Rückhalt Roman Bürki lässt sich von der  auf dem Platz um sich greifenden Unsicherheit anstecken. Diskutiert wird derzeit fast jeder Treffer, den er kassiert. 26 Buden sind es schon. Unions Andreas Luthe musste fünf Mal weniger hinter sich greifen.

Zu wenig für einen Klub, der verbal jedes Jahr den Titel anpeilt, der Spielzeit für Spielzeit in der Champions League spielen will und dies unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch muss. Alarmstufe Rot bei den Schwarz-Gelben.

Bleibt Tezic weiter im Amt?

Aktuell scheint es kaum vorstellbar, dass Terzic über das Saisonende hinaus Chefcoach bleibt. Ja nicht mal sein Verbleib für die Restsaison ist garantiert. 6,2 Millionen Zuschauer verfolgten im ZDF live die Dortmunder Klatsche im Borussia-Park. Von wegen Bayern-Jäger! 

Nach einer Woche zum Vergessen waren die Spieler und Verantwortlichen beim BVB  restlos bedient. „Wenn du drei Tore durch Standardsituationen fängst, wo du einfach nicht da bist, dann braucht man sich über das Ergebnis am Ende keine Gedanken zu machen“, sagte Zorc.