U21-Bundestrainer Stefan Kuntz führte die Junioren gerade erst erneut zur EM – nun könnte er auch Bundestrainer Jogi Löw folgen. Foto: Imago Images

Joachim Löw (60) konnte sich das historische 0:6-Debakel gegen Spanien nicht erklären, wirkte ratlos. „Es war alles schlecht“, gab der Bundestrainer unumwunden zu. DFB-Manager Oliver Bierhoff (52) steht zwar vorerst weiter zu ihm: „Das Vertrauen in Jogi ist vollkommen da. Daran ändert auch dieses Spiel nichts.“ Doch 5244 (!) Tage nachdem Löw 2006 das DFB-Zepter von Jürgen Klinsmann übernahm, droht ihm endgültig das Aus. Hinter den Kulissen wird bereits eifrig über seinen Nachfolger diskutiert.

Denn es brennt an allen Ecken und Enden. Damit der EM-Traum 2021 nicht in Rauch aufgeht, braucht der DFB dringend einen Feuerwehrmann. Das Problem: So viele Kandidaten sind gar nicht in Sicht!

Klopp und Flick keine Soforthilfe

Fan-Liebling Jürgen Klopp (53) signalisierte mehrfach Interesse, steht aber als Trainer beim FC Liverpool im Wort. Kloppo kommt frühestens nach der Wüsten-WM 2022 in Katar infrage. Gleiches gilt für Bayern-Trainer Hansi Flick (55): Zwar soll man in München schon nervös werden, doch Löws Ex-Assistent wäre frühestens nach der Saison frei, somit keine Soforthilfe für die EM.

Deswegen kommen nur zwei Kandidaten in Betracht: Ralf Rangnick (62) und Stefan Kuntz (58).

Kuntz kann ein Team entwickeln

Rangnick ließ seinen Sportdirektor-Posten bei Red Bulls Fußball-Netzwerk sausen, weil er den AC Mailand trainieren wollte. Doch das sicher geglaubte Engagement platzte. Rangnick gilt als schwieriger Charakter. Doch sein Können hat der Fußball-Professor schon häufig bewiesen. Dabei liebäugelte er auch immer wieder mit dem Bundestrainer-Amt. „Es kommt aufs Timing an“, sagte Rangnick erst vergangenes Wochenende. Dass die Zeit reif ist, bewies Löws Elf gegen Spanien …

Kuntz besitzt als aktueller U21-Nationalstrainer noch wenig Profil – das hatte Löw 2006 aber auch nicht. Dabei bewies Kuntz 2017 mit dem EM-Sieg (Deutschland gewann im Finale übrigens 1:0 gegen Spanien), dass er mehr ist als der Gute-Laune-Onkel und ein junges Team entwickeln kann. Die interne Lösung ist am naheliegendsten, denn ein Kuntz-Stück ist ganz einfach.