Edin Terzic feierte ein gelungenes Derby. Foto: dpa

Neue Ära, neues Glück. Borussia Dortmund hat in der Bundesliga das Sieger-Gen zurück. Das 2:1 (1:1) bei Werder Bremen beendet die Serie von drei Spielen ohne Dreier für die Schwarz-Gelben. Es ist der erste Schritt für Edin Terzic, ganz aus dem Schatten von Lucien Favre zu treten.

Dortmunds Spiel 1 nach seinem Schweizer Trainer – richtig Borussia ist in den Schwarz-Gelben trotz des Sieges jedoch noch immer nicht ganz drin. Es fehlt weiterhin die Souveränität, die Leichtigkeit, in manchen Phasen auch die Klasse. Viel zu lange halten sich die Schwarz-Gelben damit auf, die Partie in ihre Richtung zu drehen. Zu viele Gelegenheiten lassen sie liegen, lange sieht es nach Toren von Raphael Guerreiro (12.) und Kevin Möhwald (28.) nach einer weiteren Enttäuschung für den BVB aus. Erst ein Elfmeter von Marco Reus, den der Kapitän im Nachschuss nutzt, führt zum 2:1 (78.). Der neue Coach atmet erst einmal durch. „Ich bin stolz darauf, dass wir von Anfang an alles gegeben haben“, sagt Terzic, „auch wenn es spielerisch noch nicht das war, was wir uns vorgestellt haben.“

Dass es so lange dauert und fast so endet wie zuletzt, verwundert kaum. So schnell schüttelt auch der Vizemeister der vorigen Saison seine Verunsicherung nicht aus den Kleidern. Zudem lässt Edin Terzic, der neue Coach, nicht viel rotieren bei seinem Debüt. Nur eine Änderung nimmt der vom Co-Trainer zum Chef beförderte 38-Jährige im Vergleich zur 1:5-Blamage gegen Stuttgart vor: Yousouffa Moukoko rückt erstmals in die Startelf, dafür bleibt Emre Can draußen.

Ziemlich nah ist das Jung-Talent (16) an seinem ersten Tor. Erst aber ist der Pass von Giovanni Reyna zu ungenau (5.), dann kommt Moukoko bei einer Eingabe von Marco Reus nicht gut genug zum Ball, verzieht (50.). Auch Manuel Akanji scheitert an Pavlenka (41.), Reus hat bei einem Kopfball kein Glück (72.). Fast aber hätte ihnen Werders Christian Groß geholfen – sein Abwehrversuch rutscht an den Pfosten des eigenen Tores (32.). Trotzdem sind sie heilfroh über das glückliche Ende. „Ich glaube, dass wir eine gute Mannschaft haben, wenn wir alles zusammen machen, defensiv wie offensiv“, sagt Marco Reus, „deshalb bin ich froh, dass wir dieses Spiel gezogen haben.“ Ähnlich sieht es Roman Bürki. „Ich habe mich schon anders gefühlt nach so einer hohen Niederlage zuletzt, es war mehr Druck da als sonst“, so der Schlussmann, „nun bin ich erleichtert, dass wir gewonnen haben.“

Egal wie, Borussia hat den Bann gebrochen, kommt wieder auf Kurs. Das nächste heiße Auswärtsspiel aber wartet schon, nämlich am Freitag in der Alten Försterei beim 1. FC Union. Eisern!