Viele Füchse sind der Dynamos Tod. Hier stoppen Kevin Gutsche und Faruk Sentürk (Nr. 17) den Doppeltorschützen des BFC Alexander Siebeck. Patrick Skrzipek

Irgendwann musste es ja mal wieder klappern. In der Regionalliga hat der BFC Dynamo mit einer ungeheuren Kraftanstrengung zuletzt zweimal drohende Pleiten in Luckenwalde und gegen Chemnitz noch abbiegen können. Doch jetzt setzte es bei dem aus Reinickendorf stammenden Berlinligisten die Füchse eine unerwartete 2:3-Schlappe in der zweiten Runde des Landespokals.

BFC das tut so weh!

Der Pokal war doch in den letzten elf Jahren so etwas wie der Freund der Weinrot-Weißen geworden. Sechsmal seit der Spielzeit 2010/11 konnten die Dynamos den Pott in die Höhe stemmen. Fuchs, du hast den Pott gestohlen, möchte man in Hohenschönhausen am liebsten ausrufen. Und dabei ist es völlig unerheblich, dass bis zum Triumph und der erneuten Qualifikation für den DFB-Pokal noch fünf weitere Siege notwendig wären. Gefühlt ist man jetzt beraubt worden.

Dynamos Monster-Mentalität hat Grenzen

Der Doppelpack von Alexander Siebeck 22.(54.) reichte nur kurz, um die Führung der Hausherren durch Caner Özcin (17.) zu wenden, denn Reinickendorf kam zurück und drehte das Spiel durch Tore von Faruk Sentürk (76.) und Maik Haubitz (86.).

Und irgendwie ist das alles auch gans, äh ganz klar nachvollziehbar, wenn man die ganze Verletzungsmisere bei den Hohenschönhausern bedenkt. Zu den sechs verletzten Stammspielern kam kurzfristig auch noch Andreas Pollasch hinzu. Irgendwann stößt auch Dynamos Monster-Mentalität an ihre Grenzen.

Aufstieg hat für BFC Priorität

Es hatte auch nichts mit Überheblichkeit oder Arroganz zu tun, dass Christian Beck zunächst geschont und Stammkeeper Dmitri Stajila von Kevin Sommer ersetzt wurde. Wann, wenn nicht im Pokal, soll man den Ersatzkeeper bei Laune halten? Und Beck ist nicht mehr der Jüngste, hat in allen zwölf Punktspielen nicht eine Minute gefehlt. Dem 33-Jährigen mal eine Ruhepause zu gönnen, ist völlig nachvollziehbar.

Schließlich ist die Meisterschaft das Maß der Dinge. Und da geht es für Dynamo darum, seine Poleposition in die Winterpause zu bringen. Oder zumindest, falls das angesichts der Ausgeglichenheit in der Spitzengruppe nicht klappt, oben nichts wirklich abreißen zu lassen. Dann könnte auf dem Transfermarkt neu gewürfelt werden.