Auf dem vom Bayern-Sponsor für den 1. FC Düren zur Verfügung gestellten Bus für die Fahrt nach München und zurück prangt das Foto der Pokalübergabe nach dem Sieg des Fünftligisten im Landespokal-Finale über Alemannia Aachen (1:0). Foto: imago images/foto2press

Ein Foto von der Pottübergabe als Pokalsieger von Mittelrhein und die Aufschrift Dürenspüren – Der Bus für die 600 km lange Anreise des 1. FC Düren zum DFB-Pokalspiel beim FC Bayern versetzt die Amateure in die Welt der Profis. Mit denen wollen sie sich messen. Schalke bekam von Bayern acht Stück, Barcelona sieben. Vereinschef Wolfgang Spelthahn sagt frech: „Wir wollen besser als Schalke und Barcelona sein.“

Im modellgleichen Mannschaftsbus der Münchner, den der Fünftligist vom Bayern-Sponsor bekam, ließe sich sicher gut vom großen Coup träumen. Doch weil Trainer Giuseppe Brunetto genau weiß, dass der Auftritt im Münchner „Fußballtempel“ für jeden aus seinem Team das „Spiel des Lebens“ sein wird, gibt der Italiener eine andere Devise aus. „Natürlich bekommen die Spieler einen Plan, und natürlich wollen wir uns auch gut aus der Affäre ziehen. Aber wir werden uns nicht so auf dieses Spiel vorbereiten wie sonst auf ein Meisterschaftsspiel“, sagte Brunetto: „Wir wollen einfach nur genießen.“

Im Alltag arbeitet der Coach im Außendienst eines Dienstleisters. An der Seitenlinie schaut Brunetto „schon mal ein wenig hoch zu den üblichen Verdächtigen Jürgen Klopp, Pep Guardiola oder Antonio Conte, auch weil er ein Landsmann von mir ist“.

In seinem Team hingegen sind vereinzelt tatsächliche Berührungspunkte zum großen Fußball vorhanden: Der gerade erst neuverpflichtete Routinier Adam Matuschyk sammelte beim 1. FC Köln sogar Bundesliga-Erfahrung, Adis Omerbasic spielte im Nachwuchs von Schalke mit Bayerns Leroy Sane zusammen, und Innenverteidiger Joran Sobiech ist der jüngere Bruder des ehemaligen Erstliga-Spielers Lasse Sobiech und Cousin des Nürnberger Zweitliga-Profis Felix Lohkemper.

Der 24-Jährige will seine Familienbande vor dem „großen Tag“ auch anzapfen: „Klar hole ich mir bei meinem Bruder ein paar Tipps“, sagt Sobiech und schmunzelt dabei. Denn trotz Münchens Problemen zuletzt gegen Hertha (4:3) und in Hoffenheim (1:4) ist eine Überraschung für den Abwehrspieler jenseits aller Vorstellungskraft: „Wir sind nicht Hoffenheim.“