Spieler der deutschen und der englischen Nationalmannschaft gehen vor dem Nations-League-Spiel auf die Knie. Imago/Sportimage

Beim Thema Rassismus zeigen wir in Deutschland gerne auf andere. Aber täglich zeigt sich, dass das auch hierzulande noch ein riesiges Problem ist. Das fällt vor allem dann auf, wenn sich die Opfer an die Öffentlichkeit wenden, so wie nun ein Fan der deutschen Nationalmannschaft. Der wurde beim Spiel gegen England in München rassistisch beleidigt und angegriffen.

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Deutschland-Fan beleidigt anderen Zuschauer rassistisch

Es könnte die Situation in Deutschland kaum treffender darstellen: Vor der Nations-League-Partie zwischen Deutschland und England gingen beide Teams auf die Knie, um sich mit der „Black Lives Matter“-Bewegung zu solidarisieren, doch schon am Ende des Spiels war diese Botschaft auf den Rängen offenbar verflogen: Ein Deutschland-Fan aus dem thüringischen Landkreis Gotha beleidigte den englischen Nationalspieler Bellingham rassistisch – doch das blieb nicht ohne Widerspruch.

Da sich offenbar im Umfeld des 27-jährigen Thüringers kein weißer fand, der sich gegen die rassistischen Äußerungen stellte, wurde er von einem Schwarzen 20-Jährigen aus Stuttgart konfrontiert, berichtet der Tagesspiegel. Einsichtig zeigte sich der Thüringer aber nicht. „Er sagte zu mir, ich soll in mein Land zurück gehen, dabei bin ich hier geboren worden“, erzählte der Stuttgarter dem Blatt. Dann eskalierte die Auseinandersetzung so sehr, dass der 27-Jährige dem 20-Jährigen mit der Faust ins Gesicht schlug. Dabei soll er gerufen haben: „Du gehörst in die Gaskammer, man sollte dich vergasen.“

Rassismus-Opfer klagt an: „Nie habe ich weniger Zivilcourage erlebt“

Selbst in dieser Situation soll dann niemand eingegriffen haben, berichtet der Stuttgarter dem Tagesspiegel. Dem sollen Videoaufnahmen vorliegen, die das bestätigen. „Nie habe ich weniger Zivilcourage erlebt“, klagt der Stuttgarter an. „22 Spieler knien sich vor dem Spiel auf den Rasen, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, das ganze Stadion klatscht und jubelt – und wenn ich bedroht werde, setzt sich niemand für uns ein.“

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Einzig die Begleitung des Rassisten soll dann doch versucht haben, ihn zurückzuhalten. Anrückende Ordner nahmen dann übrigens nicht den Angreifer mit aus dem Stadion, sondern das Opfer. Immerhin: Laut Tagesspiegel soll die Münchener Polizei den 27-jährigen Angreifer doch noch festgenommen haben. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Volksverhetzung eröffnet.