Christian Eriksen steht mit den Kollegen von der dänischen Nationalmannschaft auf dem Platz.
Christian Eriksen steht mit den Kollegen von der dänischen Nationalmannschaft auf dem Platz. AFP/Jorge Guerrero

Wenn man an die Europameisterschaft im vergangenen Sommer denkt, dann denkt man nicht vorrangig an den sensationellen Sieg der italienischen Nationalmannschaft, vielmehr kommen dann die unsortierten Emotionen hoch, die einen nicht losließen, als Christian Eriksen, im Vorrundenspiel gegen Finnland plötzlich zusammensackte, leblos liegen blieb und wiederbelebt werden musste. Doch nun, 285 Tage später werden wir alle Zeugen eines Wunders. Eriksen trainiert wieder mit seiner dänischen Nationalmannschaft. Es ist nicht sein erstes Sensations-Comeback.

Nach Zusammenbruch: Christian Eriksen wieder bei der Nationalmannschaft

Es sind Szenen, die einfach glücklich machen: Im Trainings-Outfit der dänischen Nationalmannschaft macht Eriksen sich warm, läuft durch einen Parcours, kickt mit seinem feinen Fuß gegen den Ball und lächelt dabei. „Natürlich weckt das viele Erinnerungen an früher, aber es fühlt sich an, als wäre ich nie weg gewesen“, sagte der 30-Jährige nachdem er sein erstes Training absolviert hatte. „Es ist großartig, wieder dabei zu sein und mitzumachen.“

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Mit Freude und Ball beim Training der dänischen Nationalmannschaft: Christian Eriksen.
Mit Freude und Ball beim Training der dänischen Nationalmannschaft: Christian Eriksen. AFP/Jorge Guerrero

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Das Comeback bei der dänischen Nationalmannschaft hatte sich angekündigt und grenzt dennoch an ein Wunder. Nachdem der Spielmacher im vergangenen Sommer zusammengesackt war, wusste zunächst niemand, ob er überleben würde, als das gesichert war, traute sich kaum einer zu fragen, wie es denn mit seiner Fußballkarriere aussah. Zu frisch waren noch die Erinnerungen an sein knappes überleben.

Christian Eriksen kündigte früh sein Comeback an

Doch bereits im vergangenen Herbst kündigte Eriksen an, wieder auf dem Platz stehen zu wollen. Beim italienischen Klub Inter Mailand, mit denen er im vergangenen Sommer noch die Meisterschaft geholt hatte, würde es nicht gehen. Denn Erikson war nach seinem Zusammenbruch ein Defibrillator eingesetzt worden. In Italien ist Profi-Fußball mit Defibrillator nicht erlaubt.

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Christian Eriksen zeigt sich fit beim Training mit der dänischen Nationalmannschaft.
Christian Eriksen zeigt sich fit beim Training mit der dänischen Nationalmannschaft. AFP/Jorge Guerreiro

Eriksen wechselte zum englischen Erstligisten Brentford, stand nach einer Eingewöhnungsphase bereits dreimal auf dem Platz, legte beim wichtigen 2:0 gegen den direkten Konkurrenten Burnley auch gleich einen Treffer auf. Doch dann stoppte ihn eine Corona-Infektion, die ihn auch beinahe das Nationalmannschafts-Comeback gekostet hätte. Nachdem er rechtzeitig negativ getestet wurde, konnte der 30-Jährige aber am Mittwochabend wieder zur Mannschaft stoßen - und endlich wieder mittrainieren.

Bei der Mannschaft und ihrem Trainer Kasper Hjulmand kam das Comeback gut an. „Es ist natürlich ein gutes Gefühl, wir sind glücklich, ihn hier zu haben“, sagte der Coach. „Es war ein schöner Moment, als er in die Gruppe kam.“

Christian Eriksen: Ich übernehme mich beim Comeback nicht

Sorgen, dass Eriksen sich mit seinem Comeback im Klub und bei der Nationalmannschaft übernehmen könnte, muss man sich allem Anschein nach übrigens nicht machen. Bei der Medienrunde nach seinem Comeback-Training sagte er: „Natürlich würde ich nicht zurückkehren, wenn ich nicht wüsste, dass ich in der Lage bin, zurückzukommen, ohne dass mir etwas Schlimmes zustößt. Alles ist in Ordnung, um wieder spielen zu können.“

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Für das dänische Nationalteam geht es am Samstag gegen die Niederlande und am Dienstag gegen Serbien. Eriksen könnte in diesen Spielen seine ersten Einsatzminuten sammeln.