Ex-Unioner Ronny Nikol (l.) und Björn Brunnemann lachend beim 20. Weihnachtssingen im Stadion An der Alten Försterei
Ex-Unioner Ronny Nikol (l.) und Björn Brunnemann lachend beim 20. Weihnachtssingen im Stadion An der Alten Försterei imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Die Bundesliga-Statistik erfasst Torchancen, Ballbesitz und vieles mehr, nur eines fehlt bislang jedem noch so ausgefeilten Fußball-Datenwerk: Wie viel Emotionen zeigen die Mannschaften, strahlen sie Glück oder Wut aus? Die Statistiker eines Versicherungsunternehmens haben sich jetzt den Spaß gemacht, die Bundesliga-Tabelle unter diesem Aspekt neu aufzurollen. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

Beim Bundesligisten FC Bayern lief es zuletzt wieder wie geschmiert: Platz eins, alle fünf letzten Spiele gewonnen – und trotzdem zeigen sich die Bayern-Profis seltsam regungslos, ebenso wie die Dortmunder Borussen auf dem sechsten Platz. Bei beiden Mannschaften haben Statistiker des digitalen Krankenversicherers ottonova per Fotoauswertung eine kuriose Beobachtung gemacht: Die Spieler beider Mannschaften verziehen keine Miene! FC Bayern München und Borussia Dortmund haben die meisten Akteure mit einem neutralen Gesichtsausdruck in ihren Reihen.

Bei den Borussen zeigen demnach 77,4 Prozent der Spieler kein strahlendes Grinsen mit blanken Zähnen, sondern ein regungsloses Gesicht – das ist der Höchstwert in dieser Kategorie. Ähnlich abgebrüht sind die Kicker der Bayern, die auf 75 Prozent der Bilder keine Miene verziehen. Beim SC Freiburg halten es 64,3 Prozent der Profis seriös, womit sie auf Rang drei landen.

Spielerischer Erfolg verstärkt offensichtlich die Tendenz zum Pokerface, was sich auch Überraschungsteam FC Union Berlin zeigt: Dort blieben 55,2 Prozent der Spieler cool, während 24,1 Prozent womöglich zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits ahnten, dass ihre Saison äußerst positiv verlaufen würde und ihren Optimismus durch ein entsprechendes Grinsen zur Schau stellten.

Strahlendes Lächeln gibt es bei diesen Bundesliga-Teams

Grinse-Meister wird dagegen ein Verein, der derzeit den zehnten Platz der Tabelle belegt: Sechs von zehn Spieler des 1. FSV Mainz 05 zeigen ihre Zähne und schauen glücklich auf ihren offiziellen Vorstellungsbildern. Damit seien die Mainzer das fröhlichste Team der Bundesliga, heißt es. Das sei das Ergebnis einer Untersuchung aller Profilfotos von insgesamt 505 Spielern der 1. Fußball-Bundesliga.

Nicht nur beim Karneval, sondern auch beim Fußball haben die Mainzer viel Spaß: 59,3 Prozent der Spieler des 1. FSV Mainz 05 lächeln in die Kamera – das ist der Höchstwert aller Vereine aus der 1. Bundesliga. Den zweiten Platz belegen trotz erwartbar schwieriger Saison nach ihrem Wiederaufstieg die Spieler des FC Schalke 04. 51,6 Prozent der Knappen tragen ein Lächeln mit strahlenden Zähnen auf den Lippen. Dahinter platziert sich der VFL Wolfsburg, bei dem mit 50 Prozent jeder zweite der abgelichteten Profis seinem Frohsinn Ausdruck verleiht. Die TSG aus Hoffenheim (48,3 Prozent) und Bayer Leverkusen (46,4 Prozent) komplettieren die Top Fünf der glücklichsten Bundesliga-Profis.

Entgleiste Gesichtszüge? Hier spielen die traurigsten und wütendsten Bundesliga-Profis

Neben fröhlicher Stimmung und Neutralität zeigen die Spieler der Erstligisten auch andere Emotionen. Beim FC Augsburg spielen demzufolge mit 17,2 Prozent die meisten traurigen Spieler. Mit einem traurigen Gesicht lassen sich auch besonders viele Profis des VfB Stuttgart ablichten (15,4 Prozent), gefolgt von Borussia Mönchengladbach mit 10,7 Prozent.

Bei Hertha BSC Berlin hingegen scheint eine eher angespannte Stimmung zu herrschen. Immerhin 12,5 Prozent der Spieler zeigen einen wütenden Gesichtsausdruck, was die Herthaner in dieser Kategorie zum Spitzenreiter macht.

Fazit: So zeigen sich die Bundesliga-Profis insgesamt

Die durchschnittliche Lächel-Quote der 505 analysierten Bilder beträgt 36,8 Prozent, womit die Erstligisten insgesamt etwas weniger fröhlich erscheinen als ihre Kollegen aus der 2. Bundesliga. 50,5 Prozent aller Spieler zeigen einen neutralen Gesichtsausdruck. Weiterhin erscheinen rund 7,2 Prozent aller Profis traurig, 7,1 Prozent strahlen Ängstlichkeit aus und 5,6 Prozent machen einen wütenden Eindruck.