Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann hält sich den Hinterkopf und sackt dann zusammen. Ein Bierbecher hatte ihn getroffen. Foto: Imago Images.de

Die Bundesliga ist entsetzt! Spielabbruch beim Spiel Bochum gegen Gladbach (0:2) in der 70. Minute wegen eines hinterhältigen Bierbecherwurfs eines Fan-Idioten gegen Schiri-Assistent Christian Gittelmann (38), der ins Krankenhaus musste. Die Schande von Bochum.

Das Wichtigste am Anfang: Wurf-Opfer Gittelmann, der am Kopf getroffen wurde und in die Knie sackte, geht es wieder besser. Er meldete sich Sonnabendvormittag zu Wort: „Der Treffer hat mich mitgenommen, zumal es mich mit voller Wucht und unerwartet am Kopf getroffen hat. Ich habe mich gestern nach dem Vorfall vorsichtshalber im Krankenhaus untersuchen lassen. Es wurde eine Schädelprellung und ein Schleudertrauma diagnostiziert. Die Tat macht mich fassungslos.“

VfL-Boss Villis: „Ein paar Leute machen uns alles kaputt“

Bochum-Boss Villis war total sauer auf den Skandal-Becherwerfer. Foto: Imago Images/RHR-Foto

Die Scham und Wut ist beim VfL Bochum groß. Vorstandsboss Hans-Peter Villis: „Ein paar Leute machen uns alles kaputt, was wir uns seit Jahren hier aufbauen. Das ist hart, das ist entsetzlich. Der Abbruch ist völlig korrekt, absolut richtig – wenn jemand aus der zweiten Reihe aus fünf, sechs Metern einen vollen Bierbecher mit Absicht an den Hinterkopf wirft.“

Das Becherwerfer-Problem gibt es schon länger in Bochum. Der Verein will mit der Polizei den Täter ermitteln und rief die Fans dazu auf, Hinweise zu geben, damit der Krawallbruder nie wieder das Stadion betreten darf. Der VfL selbst wird vom DFB bestraft werden. Nach den Regularien wird das Spiel 2:0 für Gladbach gewertet, Punkte futsch! Dazu wird es wohl ein Geisterspiel und eine saftige Geldstrafe geben.

Dritter Wurfskandal in der Bundesliga

Bochums Spieler gehen nach dem Skandalwurf zu den Fans. Foto: Imago Images/Kolbert-Press

In der knapp 59-jährigen Bundesliga-Geschichte ist es erst das dritte Mal, dass ein Spiel wegen eines Gegenstandswurfes abgebrochen wird. Im November 1976 wurde die Kaiserslautern gegen Düsseldorf vorzeitig beendet, weil Flaschen flogen. Im April 2011 wurde bei der Partie St. Pauli gegen Schalke auch der Linienrichter mit einem Bierbecher getroffen.

Jetzt Bochum! Stürmer Simon Zoller brachte seine Wut so auf den Punkt: „Wir, der VfL Bochum, schreiben seit knapp zwei Jahren eine unfassbare Geschichte. Diese Aktion ist einfach nur respektlos gegenüber all denen, die sich jeden Tag den Arsch aufreißen, um diese Reise zu erleben! Geschweige denn dem Linienrichter.“ Er sprach den Täter direkt an: „DU hast im Stadion nichts verloren!“

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