Die Münchner jubeln: Der FC Bayern ist schon fast wieder Meister. AFP

Und schon wieder Deutscher Meister, FCB. Auf diesen Fußballklassiker kann sich die Bundesliga so langsam wieder vorbereiten, denn nach dem deutlichen 4:2 (3:1) der Münchner gegen Verfolger Bayer Leverkusen, der ohne Superstar Kai Havertz (Muskelprobleme) angetreten war, steht dem 30. Titel des Rekordmeisters eigentlich nichts mehr im Weg. Dabei wackelt das Team von Trainer Hansi Flick sogar, handgestoppte zehn Minuten. Dann drehen die Bayern wie gewohnt auf.

Als Lucas Alario die Werkself nach einem feinen Pass von Julian Baumgartlinger früh in Führung bringt (10.), rechnen viele schon mit einem ähnlichen Spektakel, wie beim 2:1-Hinspiel der Leverkusener in der bayrischen Landeshauptstadt im November. Nach der Niederlage damals forderten böse Stimmen schon anstatt von Interimstrainer Hansi Flick einen "echten" Spitzen-Coach , der den Rekordmeister wieder auf Kurs bringt.

Was so ein paar Monate alles verändern können. Denn der Interimsmann Flick ist mittlerweile die Optimallösung und sein Team so im Saft, dass selbst ein solcher Rückstand nur für ein müdes Schulterzucken bei Lewandowski, Müller und Co. sorgt.

Wir waren die bessere Mannschaft, haben ein bisschen gebraucht, dann aber verdient gewonnen.

Manuel Neuer, Torwart des FC Bayern

Nur 17 weitere Minuten dauert es, ehe Kingsley Coman sein Team zurück ins Spiel bringt, ein Doppelschlag von Leon Goretzka (42.) und Serge Gnabry (45.) lässt auch die größten Bayern-Zweifler verstummen und beweist: Dieses Team ist reif für den Titel. Leverkusen hat im zweiten Durchgang keine echte Torchance mehr.

Und klar, dass auch Robert Lewandowski (nächste Woche gegen Mönchengladbach gelbgesperrt) noch mitmischen will. Der Pole netzt in der 66. Minute zu seinem 30. Saisontor ein, seine dritte Torjägerkanone in Folge ist damit nur noch Formsache. Den Assist liefert Thomas Müller (ebenfalls gegen Mönchengladbach gelbgesperrt), seine 20 Vorlagen sind der höchste Wert in einer europäischen Top-Liga seit 2015. Trockenes Fazit von Kapitän Manuel Neuer: "Wir waren die bessere Mannschaft, haben ein bisschen gebraucht, dann aber verdient gewonnen." Genau so, das wissen die Bayern bestens, wird man Meister.

Den Schlussakkord spielt aber trotzdem ein Leverkusener, ebenfalls mit einem Rekordwert: Der blutjunge Florian Wirtz erzielt sein erstes Bundesligator, ist damit mit 17 Jahren, einem Monaten und drei Tagen der jüngste Torschütze der Liga-Geschichte.