Da war die Welt noch in Ordnung. Bayern-Trainer Hansi Flick herzt Leroy Sané bei seiner Auswechslung beim 8:0 gegen Schalke zum Saisonstart.  Foto: imago images/ActionPictures

Teil zwei der Liga startet. Oben thront der zuletzt sich mühende Rekordmeister. Doch der spürt den heißen Atem von Verfolger Leipzig im Nacken. Spitzenreiter Bayern München muss liefern. Und da vor allem Leroy Sané, der im ersten Halbjahr beim Rekordmeister sein Potenzial nicht ausgeschöpft hat. Zeigen, dass er es besser kann, will er am Sonntag (15.30 Uhr) bei seinem Ex-Klub Schalke.

Gekommen war er zu Saisonbeginn als großes Versprechen. Knapp 50 Millionen blätterte der Serienchamp für Sané hin. Der kam bei Manchester City aus einer schweren Knieverletzung zurück. Und zum Saisonbeginn schienen die Münchner alles richtig gemacht zu haben. Vor seinem Kreuzbandriss sollte er um die 100 Millionen Euro kosten. Dann traf er am ersten Spieltag beim 8:0 gegen die Königsblauen auch gleich noch. Der Ersatz für Franck Ribéry und Arjen Robben schien gefunden. Kingsley Coman, Serge Gnabry und eben Sané schienen die Flügelspieler der Zukunft beim Champions-League-Sieger, vor denen die Liga zittern sollte, wenn nicht gar Europa. 

Ich nehme die Kritik als Ansporn.

Leroy Sané

Doch zu früh gefreut. Wenig später fiel der 24-Jährige mit einer erneuten Blessur aus. Als er zurückkam, wirkte er oftmals lustlos, uninspiriert. Beim 2:1 in Leverkusen vor der Weihnachtsunterbrechung – Pause kann man das ja nicht wirklich nicht nennen – ereilte ihn die fußballerische Höchststrafe. Hansi Flick wechselte ihn zunächst ein und eine halbe Stunde später wieder aus.

„Ich muss mich bei Bayern eben erst noch richtig beweisen. Ich nehme die Kritik als Ansporn“, sagte Sané jüngst in einem Spiegel-Interview. 

Sané dankt Müller

Auffallend erhielt er von den Kollegen dennoch immer wieder verbale Streicheeinheiten. Sie wollten den sensiblen, introvertierten Supertechniker, der an guten Tagen alle auf dem berühmten Bierdeckel ausspielt, offenbar nicht noch weiter runterziehen. Selbst für Offensichtliches wie Defensivarbeit oder Pressing wurde er gelobt. 

„Wenn sich jemand wie Thomas Müller vor den TV-Kameras so stark für dich einsetzt, dann zeigt dir dies: Das Team akzeptiert dich. Ich weiß, dass ich nach meinem Kreuzbandriss noch nicht wieder auf meinem Topniveau bin. Aber ich arbeite sehr hart daran, dort hinzukommen“, sagte Sané. Auf Schalke will er zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist.