Björn Brunnemann (l.) & Co. lieferten Vedad Ibisevic und Kollegen 2013 einen harten Pokalfight. So will die heutige Dynamo-Generation das auch machen. imago/Pressefoto Baumann

„Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ ist ein weltberühmtes Buch des österreichischen Schriftstellers Peter Handke aus dem Jahr 1970. Die Angst eines Bundesligisten sich im Pokal zu blamieren, ist dagegen alljährliche Gegenwart, wenn es im Pokal mal wieder Groß gegen Klein heißt. Auch der VfB Stuttgart zeigt vor seinem Pflichtspieldebüt am Sonnabend bei Regionalligatabellenführer BFC Dynamo (15.30 Uhr) gehörigen Respekt vor den Weinrot-Weißen.

„Ich glaube, die Euphorie, die eine Mannschaft aus der Regionalliga gegen einen Bundesligisten mitbringt, ist extrem hoch“, betonte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. Naturgemäß läuft ja auch bei einem Start noch nicht alles rund. Dynamo hingegen hat schon drei Punktspiele absolviert, die es in sich hatten mit Lok Leipzig und Energie Cottbus, steckt also voll im Saft.

Die Schwaben haben zudem mit argen Personalproblemen zu kämpfen. Torjäger Sasa Kalajdzic sowie die Mittelfeldakteure Nikolas Nartey und Tanguy Coulibaly sind nach positiven Corona-Tests in Quarantäne. Orel Mangala und Silas Katompa Mvumpa fallen verletzungsbedingt aus, Kapitän Waturo Endo wegen seines Olympiaauftritts mit Japan, der ja erst am Dienstag im Halbfinale gegen Spanien mit 0:1 endete. Insgesamt fehlen Matarazzo elf seiner Profis.

Benbennek kümmern VfB-Personalprobleme nicht

Wovon sich einer übrigens nicht blenden lässt – BFC Trainer Christian Benbennek. „Wir dürfen niemals vergessen, dass egal wie viele Spieler beim VfB ausfallen, dass hier eine absolute Top-Mannschaft anreist, die in der Bundesliga spielt und die als Mannschaft deutlich besser ist als unsere Mannschaft. Egal wie Stuttgart aufstellt“, so der 48-Jährige, der sich mehr mit der Spielweise der Schwaben auseinandergesetzt hat und wie dieser beizukommen ist, als mit einzelnen Akteure. „Wir müssen eh unser Allerallerbestes geben, um mithalten zu können.“

Die Fans der Hohenschönhauser machen sich übrigens unabhängig vom Ausgang der Pokalpartie Mut aus einem anderen Grund. Schon bei der ersten Begegnung der beiden Klubs 2013 im Pokal hatte der VfB beim 2:0 erheblich Mühe eine Runde weiter zu kommen. In dieser Spielzeit gelang den Dynamos kein Pokalcoup, aber am Ende der Spielzeit stand der souveräne Aufstieg in die Regionalliga. Einen Aufstieg würde man im Sportforum am Ende der Spielzeit mit Kusshand nehmen.