Oben Berlin, unten Alltglienicke. Foto: Imago Images / Jürgen Schwarz

Wo Altglienicke drauf steht, steckt auch Altglienicke drin. Eigentlich. Doch beim Pokalspiel in Köln rieb sich mancher Beobachter verwundert die Augen. VSG Berlin stand da dick und fett auf der Rückseite der Trikots, deren Brust nur für den Cup übrigens von Sonnenschutz.de geziert wurde. VSG Berlin?  Wat'n ditte? 

Im Vereinsregister wird man vergeblich danach suchen. Aber man kennt es von Computern – das berühmte Wysiwyg-Prinzip – What you see is what you get (Das, was angezeigt wird, kommt auch raus). Und ein bisschen ist es so auch bei Altglienicke, das am Sonnabend in Köln durch einen umstrittenen Elfmeter ins Hintertreffen geriet und sich danach gegen den Bundesligisten tapfer mühte, aber kein Schussglück mehr hatte.

„Altglienicke ist außerhalb der Hauptstadt ja keinem Menschen so ein echter Begriff. Für Werbemaßnahmen ist das nicht optimal“, erklärte Daniel Böhm, der sportliche Leiter der VSG. Nicht umsonst streben die Macher des Regionalligisten eine Erweiterung des Vereinsnamens an, der bis zur Wendezeit übrigens Volkssport Gemeinschaft Altglienicke gelautet hatte. Die Anfangsbuchstaben bildeten das noch heute gültige neue Vereinssymbol V-G-A. 

Doch Corona verhinderte eine entsprechende Mitgliederversammlung, auf der das Thema hätte angegangen werden sollen.  Doch Strahlkraft nach außen wird man mit Altglienicke eben nicht kreieren können. Berlin hätte da eine ganz andere Zugkraft. Und wenn man wirklich nach oben strebt, muss man sich eben auch mal nach dem Manna strecken. 

Bei den Trikots nahm man das jetzt schon ein bisschen vornweg. Aber das Altglienicke ist nicht verloren. Es rutschte nur ein Stück nach unten, ist jetzt knapp über dem Gesäß zu finden.