Es grüßt von ganz oben auf dem Platz an der Sonne: Der Winterpausenmeister BFC Dynamo, der Platz eins nicht mehr hergeben will.   Patrick Skrzipek

Kennen Sie diesen Westernklassiker noch? „Der Weg nach Westen“, der einzige Film, in dem die Hollywood-Größen Kirk Douglas, Richard Widmark und Robert Mitchum zusammen spielen. Der Titel dieses Streifens aus dem Jahre 1967 könnte sinnbildend sein für das kommende Halbjahr beim BFC Dynamo. 18 Spiele (16 in der Liga + 2 Play-offs) sind es noch, ehe die Weinrot-Weißen womöglich im gelobten Land namens 3. Liga ankommen. Mit Kicks gegen 1860 München oder Kaiserslautern.

Es wäre absolutes Neuland für die Hohenschönhauser. Denn noch nie durfte der BFC seit der Wiedervereinigung um Meisterschaftspunkte in den alten Bundesländern antreten. Nur 1992 durfte man als Meister der Nordstaffel der drittklassigen Oberliga Nordost einmal in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga in Wolfsburg ran. Seinerzeit noch als FC Berlin. Doch um Ligapunkte gegen Westklubs ging es für Dynamo noch nie.

Diese Reise nach Westen soll nun ab dem 28. Januar beim Start nach der Winterpause in Halberstadt losgehen. Eine Reise, die im vergangenen Sommer begann. Und von der damals keiner so wirklich sagen konnte, wohin sie gehen würde.

BFC mit Traumstart im Sommer

Gut, mit der Verpflichtung von Christian Beck war klar, dass Dynamo als Vorjahressechster ein Wörtchen mitreden wollte im Vorderfeld der Liga. Und der lieferte ja auch noch mit seinen 15 Saisontreffern, was gleichbedeutend mit Platz eins in der Torjägerliste ist. Der Aufstieg allerdings war Wunsch, nicht erklärtes Ziel.

Doch allein schon der Start wurde traumhaft. Trotz eines knüppeldicken Auftakt-Programms. Lok Leipzig wurde in Probstheida mit 4:1 abgefiedelt. Nur Halberstadts 4:0-Kantersieg verhinderte die Tabellenführung. Die wurde erst am dritten Spieltag erstmals erobert nach einem 2:0 in Eilenburg. Zuvor hatte es einen Last-Minute-Erfolg über Cottbus gegeben (2:1).

Kopfballtor durch Christian Beck für den BFC Dynamo.  Insgesamt sechs Mal schädelte der 33-Jährige die Kugel rein.  Patrick Skrzipek

Bis zum 14. Spieltag gaben die Jungs von Trainer Christian Benbennek die Spitze nicht mehr her. Trotz eines unglaublichen Verletzungspechs. Die Namen hier jetzt alle aufzuführen, käme einer wissenschaftlichen Abhandlung gleich. Stellvertretend sei hier nur einfach Matthias Steinborn genannt. Wurde weggesteckt beim BFC. Nicht umsonst bescheinigte Benbennek seiner Truppe immer wieder einen „außergewöhnlichen Charakter“.

Das 0:2 in Jena war überhaupt erst die zweite Saisonniederlage. Und die richtige Antwort wurde sofort gegeben. Mit dem 2:0 gegen Altglienicke holte sich Dynamo die Spitze am 26. November zurück und setzte vier Tage später beim Nachholspiel gegen den BAK mit einem 3:1 noch einen drauf. Selbst die Heimniederlage gegen Lok (1:2) konnte der frischgebackene Herbstmeister verknusen und ließ sich eine Woche später auch bei Energie (1:1) nicht die Butter vom Brot nehmen.

Vier Zähler Vorsprung auf Cottbus und fünf auf den BAK, der aber noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat, sind keine Garantie für den Titel. Es sind noch 16 lange Spiele. „Das ist ein Marathonlauf, kein Sprint“, wird Benbennek nie müde zu betonen, dass sich alles immer wieder erarbeitet werden muss. Zumal am Ende ja auch noch die Relegation gegen den Nordmeister wartet. Aber ein Anfang auf dem Weg nach Westen ist gemacht. Im Sommer will der BFC endgültig rüber machen ...

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