Chelseas Kai Havertz sorgte für die Führung der deutschen Nationalmannschaft in Armenien. imago/Marc Schueler

Siebtes Spiel. siebter Sieg. Bundestrainer Hansi Flick baut mit dem 4:1 (2:0) in Armenien seinen Startrekord als Chefcoach der deutschen Nationalmannschaft locker aus und schürt die Hoffnung auf eine gute Winter-WM 2022 in Katar. 

War es richtig schön? Nein. Souverän? Sehr wohl. Aber man hätte trotzdem seine Abendgestaltung besser auswählen können, als diesen Kick zu verfolgen. Spaß hatte man nicht. Da hätte man auch einer Waschmaschine dabei zukucken können, wie sie ihre Arbeit verrichtet. Und das in dem Bewusstsein, dass sie etwas Nützliches verrichtet. 

Das Bemühen war da ...

Das Bemühen – entspricht übrigens im Klassenbuch der Note 4 – war den Jungs um Ersatz-Kapitän Thomas Müller, Ilkay Gündogan und Leroy Sané nie abzusprechen. Aber eine Leichtigkeit, ein Zauber war zu keinem Zeitpunkt zu verspüren. 

Das muss man sagen dürfen. Auch wenn es Ansätze zu sehen gab, dass diese 1C-Elf, wenn sie mit allen diesmal abwesenden Stamm- und Erste-Wahl-Ersatzkräften verstärkt wird, womöglich wieder bis in die Weltspitze vordringen kann. 

Flick lobt den Willen 

Die England-Profis Kai Havertz (Clesea/15.) und Ilkay Gündogan (ManCity/45.+4/Foulelfmeter und 50.) sowie Gladbachs Jonas Hofmann (64.) trafen am Sonntag vor rund 13.000 Zuschauern in Eriwan für das längst für die Wüsten-WM 2022 in Katar qualifizierte Team. Dem früheren Dortmunder Henrich Mchitarjan (59.) gelang per Foulelfmeter der Treffer für die Gastgeber.

„Es war kein Schützenfest wie gegen Liechtenstein.  Aber wir haben konzentriert und engagiert agiert“, beurteilte Thomas Müller, der die Kapitänsbinde vom geschonten Manuel übernommen hatte, hinterher. 

Oha! Wie tief ist der deutsche Fußball eigentlich gesunken, wenn man Grundtugenden als lobend herausstellen muss? „Es ist nicht alles top gelaufen, aber man hat gesehen, dass die Mannschaft will“, suchte Hansi Flick vor allem nach dem Positiven. Okay, muss er berufsbedingt vielleicht. Für den einfachen Fan heißt es jetzt abschalten bis zum November 2022. Da beginnt diese unsägliche WM in in diesem Unrechtsstaat Katar. 

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