Die französische Polizei begleitete das Finale der Champions League in Paris mit einem Großaufgebot. Dabei kam es vor dem Stadion zum Skandal durch die Beamten. 
Die französische Polizei begleitete das Finale der Champions League in Paris mit einem Großaufgebot. Dabei kam es vor dem Stadion zum Skandal durch die Beamten.  dpa/Potts

Das ist eine schallende Ohrfeige für die Uefa und die Pariser Polizei. Beim Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool (1:0) in Paris am 28. Mai kam es zu einem Zuschauerchaos vor dem Stade de France, weil Anhänger trotz gekaufter Tickets nicht in die Arena kamen. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas gegen die Fans ein. 230 Menschen wurden verletzt. Jetzt hat eine unabhängige Kommission ermittelt. Die Ergebnisse sind vernichtend für alle Verantwortlichen.

„Unsere umfassende Analyse der Erfahrungen der Fans vor, während und nach dem Champions-League-Finale ist eine Anklage gegen alle beteiligten Behörden: die Uefa, die Pariser Polizei, die lokalen und zentralen Behörden und die Stadionbesitzer“, wird in dem Bericht (Titel: „Mit Verachtung behandelt“) geschrieben. 

Ein Polizist versucht mit Tränengas die Fans vom Stadionzaun fernzuhalten.
Ein Polizist versucht mit Tränengas die Fans vom Stadionzaun fernzuhalten. imago images/PA images

Die Untersuchungskommission, an der fünf Experten beteiligt waren, hatte 485 Zeugenaussagen gesammelt. Das Urteil danach: Die Uefa habe bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung „völlig“ versagt. Die anhaltenden und willkürlichen Angriffe der Polizisten sowie der wahllose, rücksichtslose und unprovozierte Einsatz von Tränengas gegen „Männer, Frauen und Kinder, die auf engem Raum eingeschlossen waren, sind rücksichtslos und gefährlich gewesen“, heißt es weiter. Menschenleben seien durch ein kollektives operatives Versagen gefährdet worden.

Lob gibt es nur für die Fans

Außerdem sei es zu „kriminellen Übergriffen“ durch lokale Banden gekommen, die zahlreiche Fans auch noch bestohlen haben. Fazit des Berichts: Unzureichende Vorbereitung vor dem Spiel durch die Uefa. Nur dank des ruhigen Verhaltens der Fans hätte es keine Toten gegeben.

Eine Untersuchung des französischen Senats im Juli kam bereits zu einem vernichtenden Urteil. Es habe eine Verkettung von Funktionsversagen auf allen Ebenen gegeben sowie Versäumnisse bei der Vorbereitung. Die Pariser Polizei hatte ihr Versagen bereits eingeräumt, der Pariser Polizeipräfekt Didier Lallement räumte seinen Posten. Der unabhängige Bericht der Uefa soll im November veröffentlicht werden. Der europäische Fußballverband hatte das Chaos durch das hohe Aufkommen von Fans ohne gültige Tickets erklärt.

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