Hansi Flick (r.) schaut bei seinen neuen Nationalspieler genau hin. Leon Goretzka gehört dabei zu den Gewinnern unter dem neuen Bundestrainer.  dpa

Drei Spiele, drei Siege, 12:0 Tore. Bei seinem ersten Lehrgang mit der Nationalmannschaft hat Bundestrainer Hansi Flick viele Erkenntnisse gesammelt. Manche in seinem Team haben sich aufgedrängt, andere eher nicht. 

Gewinner unter Flick 

Leroy Sane

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Von wegen Differenzen! Bundestrainer Hansi Flick setzt beim DFB auf Leroy Sané.

Manche hatten gar eine Nicht-Nominierung als Denkzettel für den schwächelnden Bayern-Star erwartet, doch Flick ließ Sane nicht fallen. Er baute ihn auf. Mit Einzelgesprächen, Lob, Starteinsätzen - und Sane zahlte es mit Leistung zurück. Der Offensivspieler traf zweimal, arbeitete defensiv gut mit und packte sogar die Grätsche aus. „Der Junge hat Bock auf Fußball“, sagte Teamkollege Joshua Kimmich: „Ich denke, er wird daran bei uns beim FC Bayern anknüpfen.“

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Thilo Kehrer

Der Abwehr-Allrounder bekam das erste Sonderlob von Flick. „Ich kann auch mal einen herausheben“, sagte der Bundestrainer nach dem Island-Spiel: „Thilo Kehrer. Er ist flexibel einsetzbar, topfit, sehr selbstbewusst.“ Das kommt nicht von ungefähr, schließlich trainiert der Profi bei Paris St. Germain jeden Tag mit Weltklasse-Fußballern wie Lionel Messi, Neymar und Kylian Mbappe.

Leon Goretzka

Unter Joachim Löw pendelte der Mittelfeldspieler oft zwischen Startelf und Ersatzbank. Doch für Flick ist Goretzka gesetzt - nach den ersten drei Spielen erst recht. Er harmoniert prächtig mit seinem Kumpel Joshua Kimmich und verkörpert mit seiner dynamischen Art perfekt den Spielstil, den Flick im DFB-Team sehen will. Der eloquente Goretzka repräsentiert den DFB auch außerhalb des Platzes vorbildlich.

Timo Werner

Der Stürmer, dem beim Champions-League-Gewinner FC Chelsea der Belgier Romelu Lukaku vor die Nase gesetzt wurde, lief als einziger Offensivmann in allen drei Spielen über die volle Distanz auf - und er erzielte jeweils ein Tor. Dass er im Strafraum nicht immer wie ein klassischer Mittelstürmer agierte und auch einige Großchancen ausließ, hängte Flick lieber nicht so hoch. Wohl auch, weil er keinen besseren Neuner hat. „Wir brauchen ihn in der Box drin, weil er da einfach gefährlich ist“, meinte der Bundestrainer.

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Verlierer unter Flick

Ridle Baku

Der U21-Europameister machte sich große Hoffnungen auf den Durchbruch im A-Team, nachdem er gegen Liechtenstein als Rechtsverteidiger starten durfte. Doch danach spielte der Wolfsburger keine Minute mehr, nach Island nahm ihn Flick gar nicht erst mit. „An der Leistung lag es nicht“, meinte Flick zwar. Aber auf Rechts stehen Jonas Hofmann, Thilo Kehrer und Lukas Klostermann vor Baku.

Florian Neuhaus

Der Mönchengladbacher reiste ohne eine einzige Spielminute ab, zum Auftakt gegen Liechtenstein schaffte er es nicht einmal in den Kader. Unter Joachim Löw war der technisch starke Mittelfeldspieler nahe dran an der Startelf, bei Flick ist er davon weit entfernt, obwohl durch den Rücktritt von Toni Kroos ein Platz frei geworden ist.

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Mario Götze

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Mario Götze spielt in den Niederlanden bei der PSV Eindhoven wieder stark auf. Für eine DFB-Rückkehr unter Hansi Flick hat es noch nicht gereicht. 

Der WM-Held von 2014 war nicht nominiert - und wird es wohl auch nicht mehr. In seiner Abwesenheit haben die Offensiv-Youngster Jamal Musiala, Karim Adeyemi und Florian Wirtz auf sich aufmerksam gemacht, auf sie wird Flick weiter setzen - auch mit Blick auf die Heim-EM 2024. Für den 29-Jährigen Götze, der vor knapp vier Jahren zuletzt im DFB-Trikot zu sehen war, ist da kein Platz mehr.

Marcus Sorg

Immer wieder betont Flick, dass es innerhalb des Trainerteams keine Hierarchien gebe. Doch natürlich hat sich für Co-Trainer Sorg etwas verändert, nachdem Flick seinen Bayern-Assistenten Danny Röhl mitgebracht hat. Der aufstrebende Coach gab im Training - zumindest in denen, die für die Medien zugänglich waren - den Ton an und trat auch öffentlich selbstbewusst auf. Auf Sorg fiel da noch mehr Schatten.

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