Im Estadio da Luz von Benfico Lissabon gibt sich die Crème de la Crème des europäischen Fußballs in den kommenden Tagen die Ehre.  Foto: dpa

Acht Teams, sieben Spiele, ein Sieger – das ist in Kurzform das Mega-Turnier, das in Lissabon mit dem Last-Minute-Viertelfinalsieg von Mitfavorit Paris St. Germain gegen Außenseiter Atalanta Bergamo begann, das am Donnerstag mit dem Match von RB Leipzig gegen Atletico Madrid (21 Uhr) fortgesetzt wird und das am 23. August, am Sonntag kommender Woche, seinen neuen Herrscher in Europas Königsklasse krönen wird. Dieses Finalturnier der Champions League ist in jeder Hinsicht ein Kracher, es ist ein Spiel ohne Grenzen.

Es ist wegen Corona die letzte Ausfahrt Königsklasse. Es ist zugleich aber ein Event, das es so noch nicht gegeben hat im Klubfußball und das auch sonst seinesgleichen sucht. An einem Ort, in Portugals Hauptstadt, in zwei Stadien, dem Estadio da Luz von Benfica und dem Estadio Jose Alvalade von Sporting, geht es um Europas Krone. Keine fünf Kilometer sind die beiden Spielstätten voneinander entfernt, über die Avenida General Norton de Matos schafft man das im Auto bei wenig Verkehr in zehn Minuten.

Die Profis des FC Bayern bereiten sich an der Algarve im Süden Portugals auf das Milliarden-Turnier vor. 
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Noch nie haben sich so viele Stars, so viele Fußball-Millionäre, so viele Ballkünstler – in den Kadern stehen 17 Weltmeister, elf französische von 2018, mit den Bayern Manuel Neuer, Jerome Boateng und Thomas Müller drei deutsche von 2014 und mit Gerard Piquet, Sergio Busquets (beide Barcelona) und David Silva (Manchester City) drei Spanier von 2010 – zusammen auf so engem Raum befunden, bei keiner Europa- und bei keiner Weltmeisterschaft. Noch nie war der Marktwert der Teams in einem so winzigen Korridor so hoch, nämlich 4,112 Milliarden Euro.

Die Frage ist deshalb: Schießt Geld nun Tore oder nicht? Die Scheichklubs Paris St. Germain und Manchester City stecken seit Jahren Unmengen in ihre Kader. Das Ziel: König von Europa zu werden. Geschafft haben es weder die Franzosen und schon gar nicht die Engländer. Geht es jedoch allein nach dem Zaster – ob dabei das Financial Fairplay mit Füßen getreten wird oder nicht, interessiert so richtig ja niemanden –, dann steht der neue Krösus fest: Manchester City. Die Engländer haben nämlich eine Schallmauer durchbrochen, ihr Marktwert ist mit 1,053 Milliarden Euro in eine neue Dimension geklettert. Allein Raheem Sterling, der Außenstürmer, bringt es, wie übrigens auch Barcelonas argentinischer Superstar Lionel Messi, auf 134 Millionen Euro.

Barcelonas Lionel Messi will im Viertelfinale gegen den FC Bayern am Freitag jubeln.
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Nummer 1 der Spieler ist Kylian Mbappé. 177 Millionen Euro ist der Stürmer von Paris St. Germain wert. Nach einer Knöchelverletzung ist der französische Wunderknabe gerade noch rechtzeitig fit geworden, kam beim 2:1 gegen Bergamo in der Schlussphase zum Einsatz. Da nehmen sich die 72 Millionen Euro für Robert Lewandowski, den laut Marktwert höchstdotierten Spieler des FC Bayern, regelrecht bescheiden aus. Erst recht die 35 Millionen Euro von Lyons Moussa Dembelé, die 34 von Leipzigs Dayot Upamecano und erst recht die 33 für Bergamos Duvan Zapata. Dabei sind auch sie die teuersten Spieler ihrer Teams.

Das Dumme ist nur, andererseits ist es das Schöne, das Wunderbare, dass Geld allein keine Garantie für den ganz großen Erfolg ist. Ein Blick auf Olympique Lyon – am Sonnabend fühlen die Franzosen Manchester City auf den Zahn – sollte dafür genügen: Trotz monatelanger Pause warfen sie, mit 293 Millionen Euro vor Atalanta Bergamo knapp Vorletzter im Marktwert-Ranking, mit Cristiano Ronaldo und Juventus Turin einen heißen Favoriten raus.