Union und Hertha schenkten sich schon in den Derbys der Vorsaison nichts. Foto: imago images

Die Vorfreude wächst! In wenigen Tagen steigt das Hauptstadtderby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union im Olympiastadion. Ein Duell zweier Klubs, die unterschiedlicher kaum sein könnten: hier der Big-City-Club mit dem finanzkräftigen Investor, der lieber heute als morgen international spielen will; da der Stadtteilklub, für den es vor allem um den Klassenerhalt geht. Hier aber auch eine Mannschaft, die sich nach zahlreichen Abgängen noch finden muss; da ein Team, das sich zum Saisonstart besser gefunden hat, als man erwarten konnte und das nach derzeitigem Stand den internationalen Rängen weitaus näher ist.

Zwei Klubs allerdings auch, die in den vergangenen zwei Saisons auf ganz unterschiedliche Weise Spieler verpflichtet haben. Grund genug für den KURIER zu schauen, wie viel Hertha BSC und wie viel den 1. FC Union ein Punkt in der Bundesliga kostet.

Auf zwei Jahre gerechnet, sind die harten Fakten eindeutig: Die Herthaner gaben in der Saison 2019/20 und vor der Saison 2020/21 insgesamt 144,2 Millionen Euro für Neuzugänge aus, die Eisernen lediglich 10,9 Millionen Euro. In der vergangenen Winterpause waren die Blau-Weißen weltweit sogar Transferweltmeister, als sie sich die Dienste von Krzysztof Piatek, Matheus Cunha und Lucas Tousart für insgesamt 67 Millionen Euro sicherten, während die Eisernen keinen Cent investierten. Das Resultat: Für einen Punkt in der Bundesliga zahlte Hertha 2,7 Millionen Euro, für ein Tor 2,3 Millionen Euro. Die Eisernen kamen auf sparsame 180.000 Euro, pro Punkt und pro Tor.

In dieser Saison sind die Zahlen noch krasser. Bei den Eisernen, die lediglich für Cedric Teuchert und Marius Bülter eine Gesamtablöse von 3,5 Millionen Euro zahlten, kostet ein Punkt derzeit 218.000 Euro, ein Tor 166.000 Euro, bei den Herthanern (33,5 Millionen Euro Ausgaben, acht Punkte, 16 Tore) sind es 4,2 Millionen Euro pro Punkt (!) und rund 2 Millionen Euro pro Tor.

Die Gesamtzahlen: Seit dem Bundesliga-Aufstieg der Eisernen zahlten die pro Punkt 191.000 Euro, Hertha BSC im gleichen Zeitraum drei Millionen Euro.

Irre Zahlen, die allerdings auch ein Aber beinhalten: Die Eisernen setzten vor allem in der vergangenen Transferphase vermehrt auf Leihspieler und ablösefreie, routinierte Profis wie Durchstarter Max Kruse (32), haben dementsprechend den zweitältesten Kader der Liga. Hertha BSC investierte indes schon im vergangenen Winter in junge, entwicklungsfähige Spieler, die sich künftig möglicherweise gewinnbringend weiterverkaufen lassen, gleichsam aber auch eine gewisse Anlaufzeit benötigen, um ihre hohen Ablösesummen zu rechtfertigen. Möglich also, dass sich die Investitionen der Herthaner auf lange Sicht besser rechnen als die der Eisernen...