Präsident Dirk Zingler und Manager Oliver Ruhnert haben aus Union einen starken Bundesligisten gemacht. Foto: Imago Images

Neues Jahr und das Stadtduell geht weiter. Hertha BSC gegen 1.FC Union. Das Jahr 2021 ging eindeutig und verdient an die Köpenicker. Union schloss die vergangene Saison auf Platz 7 ab, Hertha rettete sich auf Rang 14 gerade noch vor dem Abstieg. Und die Rot-Weißen sind schon wieder sechs Punkte vor den Blau-Weißen. In der KURIER-Serie lesen Sie, warum Union besser ist als Hertha. Im dritten Teil wird das Geld beider Klubs gezählt.

Das Jahr 2019 wird in den Geschichtsbüchern beider Vereine ein großes Kapitel sein. Der 1.FC Union schaffte 30 Jahre nach dem Mauerfall endlich den Bundesliga-Aufstieg und behauptet sich seitdem besser als jeder anderer Klub aus der ehemaligen DDR-Oberliga im deutschen Oberhaus. Auch für Hertha BSC war vor zweieinhalb ein Wendepunkt. Mit Investor Lars Windhorst wurden 374 Millionen Euro in die Vereinskasse gespült. Die Hoffnungen und Ansprüche waren am Anfang groß, dass die Blau-Weißen mit dem frischen Geld wieder ganz oben angreifen.

Hertha: Abstiegskampf trotz Millionen-Spritze

Herthas Stürmer Krzysztof Piatek kam für 24 Millionen Euro Ablöse, überzeugt hat er nie richtig. Foto: City-Press 

Daraus wurde aber nichts! Trainerchaos, Fehleinkäufe und dazu noch die Corona-Pandemie mit hohen Einnahmeverlusten. Hertha befindet sich seit zweieinhalb Jahren im Abstiegskampf-Modus mit einem Etat, der eigentlich im gehobenen Mittelfeld in der Bundesliga angesiedelt ist. 2019/20 betrug der Umsatz aller Hertha-Firmen mit allen Tochtergesellschaften 196,3 Millionen, ein Jahr später 220 Millionen. Jetzt sind für die laufende Saison nach Sparkurs 141, 6 Millionen geplant.

Union: Zuwachs trotz Pandemie

Bei den Köpenickern sieht man ein gesundes Wachstum seit dem Aufstieg. In der ersten Saison waren 70,4 Millionen Euro, dann 77 Mio., jetzt gab es einen Sprung auf 96,3 Millionen Euro. Möglich macht das die sportliche Leistung: Conference-League-Teilnahme und steigende TV-Einnahmen. Da haben die Rot-Weißen nämlich mächtig im Fünf-Jahres-Ranking aufgeholt. Von Platz 17 immerhin schon auf Rang 14 zum Saisonstart im Sommer. Schließen die Eisernen die Saison 2021/22 wieder so gut ab, gibt es den Sprung auf Platz 10. Sie könnten sogar Hertha überholen, wenn es bei den Blau-Weißen weiter nur Abstiegskampf gibt.

Man kann es vereinfacht sagen: Union hat aus wenig sehr viel herausgeholt. Hertha hat aus viel sehr wenig gemacht und versucht, sich nach der Ära von Manager Michael Preetz mit dem neuen Macher Fredi Bobic zu konsolidieren.

Der ultimative Vergleich: Union holte in zweieinhalb Jahren 118 Punkte, jeder Zähler kostete umgerechnet auf die Etats 1,66 Mio. Euro. Und Hertha? Bisher sind es 97 Punkte. Das macht einen Millionen-Punkte-Quotienten von 3,99. Die Blau-Weißen zahlten zweieinhalbmal so viel für jeden Zähler und stehen in der Tabelle schlechter da. Während FCU-Manager Oliver Ruhnert die Ernte immer weiter einfahren kann, muss sein Hertha-Kollege Bobic erst mal viel Aufräumarbeit leisten…

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