Gesundheits-Experte Karl Lauterbach lag mit seinen Vorhersagen ziemlich oft sehr richtig. Foto: dpa/Kay Nietfeld

Berlin Berti Vogts (74) war vorgeprescht. Eine EM in diesem Jahr (11. Juni bis 11. Juli) sei „nach aktuellem Stand völliger Irrsinn“. Der Ex-Bundestrainer forderte von der Uefa wegen Corona zumindest eine Verlegung des Zwölf-Länder-Turniers in den Winter.

Erst sprang Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic (49) dem EM-Titel-Coach von 1996 in Sachen EM im Sommer bei („illusorisch und das komplett falsche Signal“), jetzt gibt es Unterstützung von oberster Virus-Warnstelle. Auch Karl Lauterbach (57) hält die EM für nicht durchführbar.

Lage in Europa wird schlechter 

Der SPD-Mann ist in Pandemie-Zeiten Dauergast in diversen Talkrunden und da fast immer der Corona-Hiob: Tapfer verkündete er eher schlechte Nachrichten, die am liebsten keiner hören will, und lässt sich durch nichts vom Weg abbringen. Denn – man kann Lauterbach mögen oder nicht: Der studierte Epidemiologe liegt mit seinen Prognosen sehr oft sehr richtig.

Umso mehr schmerzt, was er jetzt sagt: „Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute. Es könnte eine Situation entstehen, in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen. Ich glaube, dass wir im März eine sehr schlechte Lage haben werden – und das europaweit.“