Thomas Müller und Manuel Neuer feiern mit dem Henkelpott. Das war 2013. Sonntag wollen sie das Ding wieder in die Luft heben. Foto: Imago Images/Perenyi

Er ist 73,5 Zentimeter  hoch, 7,5 Kilo schweres  Sterlingsilber, Materialwert etwa 2000 Euro. Der ideelle Wert? Mit keinen Geld der Welt zu bezahlen – der Henkelpott! Es ist die Trophäe für die Fußballkönige Europas.Auf geht's Bayern,  krönt euch Sonntag (21 Uhr) im Endspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain, holt das Triple!

Ganz Deutschland, außer die absoluten Bayern-Hasser, drücken den Münchnern ganz  fest die Daumen. Die Menschen in unserem Land sehnen sich in der verfluchten Corona-Zeit nach etwas Freude und Optimismus. Falls der Rekordmeister tatsächlich das Triple holt, es wird für immer im Gedächtnis bleiben.

„Corona kann die sportliche Bedeutung der nationalen und internationalen Wettbewerbe nicht kleiner machen“,  sagt Bayern-Manager Hasan Salihamidzic.  Nein, Corona macht diesen Titel noch größer. Wer in Krisenzeiten die Nummer 1 wird, ist am besten mit der Situation umgegangen. Vieles spricht für die Bayern. Doch das Wichtigste ist diese absolute Erfolgsgier. Und dafür stehen vier Spieler, die das Triple schon 2013 holten.

Torwart Manuel Neuer (34): Er ist auf dem Punkt topfit, er hat wieder die Form, die auch schon beim WM-Titel 2014 hatte. Titan Olli Kahn lobt: „Es ist natürlich etwas anderes für einen Stürmer, wenn man vor Manuel Neuer eine Eins-gegen-eins-Situation hat. Manuel ist einmalig!“ Das gilt auch für die PSG-Weltstars Neymar oder Kylian Mbappe.

Thomas Müller (30) und Jerome Boateng (31): Sie haben schwere Zeiten hinter sich. Erst bei Jogi Löw in der DFB-Elf ausgemustert, dann auch noch bei den Münchnern fast auf dem Abstellgleis. Das ist wertvoller Doppel-Trotz für das Triple. Beide blühen unter Trainer Hansi Flick wieder auf. „Sie sind Säulen dieser Mannschaft, und das hat Hansi Flick genau richtig gemacht“, lobt Ex-Weltmeister Philipp Lahm.

Und dann ist da noch David Alaba (28). Ja, auch er war 2013 bei dem Triumph mit Trainer-Guru Jupp Heynckes dabei, als 20-jähriger Benjamin im Team. Er hob nie ab und ist heute ein absoluter Leistungsträger.

Nein, satt ist bei den Bayern keiner. Und der Glaube ist riesengroß. Gestern schickte das Team einen offenen Brief an die Fans: „Leider werdet Ihr bei unserem Champions-League-Finale in Portugal fehlen. Wir vermissen Euch. Wir werden alles geben, um Euren und unseren Traum wahr werden zu lassen.“

Ein Schwur für den Sieg, eine Botschaft für alle. Corona einfach mal kurz vergessen, es geht um die Krone Europas.