Auflaufen vor dem Spiel! Eigentlich werden die Teams von den Fans angefeuert, doch jetzt sind die Zuschauerränge leer. imago images/Picture Point

Lange haben sich die Bundesliga-Klubs die Wirrkür der Politik bei den Corona-Entscheidungen für die Stadionauslastung mit Zuschauern angeschaut. Es ist ein Flickenteppich – in jedem Bundesland unterschiedlich. Dazu ist die Ansteckungsgefahr in den Freiluft-Arenen eher gering. Jetzt reißt RB Leipzig der Geduldsfaden. RB wird als erster Klub gerichtlich gegen die Zuschauer-Obergrenze vorgehen, weil er nur 1000 Fans ins Stadion lassen darf.

Der Klub hat deshalb beim sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Eilverfahren gestellt. Leipzig hoffe, dass auf diesem Wege „kurzfristig eine für alle Seiten sachlich faire, gerechtfertigte und nachvollziehbare Entscheidung und zugleich eine Lösung“ hinsichtlich der aktuell extremen Zuschauerbeschränkung bei den Heimspielen erwirkt werden könne.

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viel Verständnis gehabt“

Bereits am vergangenen Dienstag hatte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im Bild-Interview betont: „Wir wissen, dass die Pandemie viele im Land schwer getroffen hat. Wir haben trotz eines Minus von über 60 Millionen Euro in den vergangenen zwei Jahren viel Verständnis für Entscheidungen der Politik gehabt. Aber jetzt ist der Punkt, wo jeder Bundesbürger, jeder Unternehmer und auch jeder Bundesligaklub pragmatische, logische und nachvollziehbare Entscheidungen erwarten kann.“

Auch der Geschäftsführer von DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, hatte zuletzt das Vorgehen der Politik, bundesweit keine einheitlichen Lockerungen bei den Zuschauer-Obergrenzen zu beschließen, heftig kritisiert. In Sachsen sind es 1000 zugelassene Zuschauer, in Nordrhein-Westfalen 750, in Bayern 10.000 und in Berlin 3000 Anwesende (also rund 2200 Zuschauer).

Der künftige Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL) sprach zum wiederholten Mal von „Symbolpolitik“ auf Kosten der Sportklubs. Es ist davon auszugehen, dass es jetzt eine Klagewelle geben wird.

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