Fühlt sich wie Fliegen an: Nationalspieler Ilkay Gündogan befindet sich in der Form seines Lebens und will mit Manchester City auch Borussia Mönchengladbach abschießen.  Foto: dpa

Die Form ist schwach, die Unruhe groß, und die Siegesserie des Gegners furchteinflößend. Egal! Gladbachs-Trainer Marco Rose schwört seine Profis vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Manchester City (Mittwoch, 21 Uhr) auf einen „besonderen Abend mit ganz viel Vertrauen, ganz viel Mut und einer Menge Leidenschaft“ ein.

Diese Tugenden werden beim coronabedingten Auswärts-Heimspiel in Budapest auch nötig sein. Das Star-Ensemble von Pep Guardiola ist derzeit wohl die beste Mannschaft der Welt. Angetrieben von dem seit Wochen in Bestform auftretenden Nationalspieler Ilkay Gündogan hat City 18 (!) Pflichtspiele in Folge gewonnen.

Neuhaus träumt von City-Coup

Im krassen Gegensatz dazu stehen Stimmung und Verfassung bei den Gladbachern. Dem angekündigten Wechsel von Rose zum Rivalen Borussia Dortmund folgte in der Bundesliga der Sturz auf Platz acht. Viele Fans fordern weiterhin die sofortige Trennung vom Trainer.

Sportdirektor Max Eberl stärkt Rose (noch) den Rücken, und dieser nimmt Druck von seinen zuletzt schwächelnden Spielern: „Man kann in erster Linie nur gewinnen. Es ist ein großes Ding für den Verein, dass wir dabei sind. Die Jungs sollen das genießen.“

Die Vorfreude auf das Duell ist bei der Fohlen-Elf trotz aller Störgeräusche riesig. „Wir müssen uns nicht verstecken“, erklärt Florian Neuhaus. Gündogans DFB-Kollege träumt sogar schon vom großen City-Coup: „Wenn wir zweimal an unserem Maximum spielen, dann haben wir eine gute Chance, weiterzukommen.“ Der Schlüsselfaktor dafür? „Mut“, fordert Neuhaus.

Gladbach weiß, wie es geht

In der Liga haben die Gladbacher mit Siegen gegen Bayern München, RB Leipzig und Dortmund in dieser Saison schon bewiesen, dass sie sich gegen starke Mannschaften leichter tun. Dann können sie ihr gefährliches Umschaltspiel viel besser durchsetzen als gegen tief stehende Gegner.

Auf das gewohnte Umfeld des Borussia-Parks müssen sie allerdings verzichten. „Das ist ein ungewöhnliches Gefühl, wenn wir für ein Heimspiel erst mal in den Flieger steigen“, sagte Neuhaus. Auf Maßnahmen, um in der Puskas Arena für Heimspiel-Atmosphäre zu sorgen, verzichteten die Fohlen. „Wir haben keine Tricks, weil man das Gefühl nicht herstellen kann“, sagte Rose.