Dortmunds Trainer Lucien Favre war nach dem 1:3 bei Lazio Rom angefressen. Foto: imago images/Ulmer

Was für ein Pleitenstart für Borussia Dortmund in die Champions League - 1:3 bei Lazio Rom. Das Ergebnis ist dabei zweitrangig, der seelenlose Auftritt der BVB Profis war erschreckend und peinlich.

Trainer Lucien Favre knurrte nur nach dem Abpfiff: „Das war zu wenig und darf nicht passieren. Ich bin sehr enttäuscht. Wir müssen wissen: Es ist ein Kampf, es ist ein Kampf. Du musst laufen, du musst kämpfen - sonst kannst du machen, was du willst.“ Der spielerische Offenbarungseid des vermeintlichen Gruppenfavoriten vor 1000 Zuschauern im Stadio Olimpico erinnerte an ähnlich blutleere Auftritte in der jüngeren Vergangenheit mit Niederlagen in Mailand (0:2), Barcelona (1:3) und Paris (0:2).

Dass die Mannschaft daraus keine Lehren zog und sich erneut den Schneid abkaufen ließ, sorgte auch bei Sebastian Kehl für Ernüchterung: „Das war eine desolate Leistung vor allem in der ersten Halbzeit. Es gab nur wenige Spieler, die auch nur annähernd an ihre Leistungsgrenze gegangen sind.“ Ausgerechnet der Ex-Dortmunder Ciro Immobile traf nach nur sechs Minuten zum 1:0 für Lazio. Danach brach das BVB-Team in sich zusammen und in der Not-Abwehr der Dortmunder herrschte teilweise Chaos.

Zum Leidwesen des Lizenzspielerchefs steht der BVB in den kommenden Partien gegen Zenit St. Petersburg (28. Oktober) und beim FC Brügge (4. November) nun mächtig unter Zugzwang. „Wenn wir so weiter auftreten, wird es nichts werden. Dann werden wir es ganz schwer haben, die nächste Runde zu erreichen“, warnte Kehl.

Ähnlich kritisch fiel das Fazit von Kapitän Marco Reus aus: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen. Das ist für mich unerklärlich und ist natürlich nicht unser Anspruch. Eigentlich haben wir alles komplett vermissen lassen.“

Der für ein Bundesliga-Spitzenteam unwürdige Auftritt in Rom taugte wahrlich nicht als Einstimmung auf das prestigeträchtige Duell am Sonnabend mit dem FC Schalke 04. Nach Einschätzung von Kehl könnte mit einer ähnlichen Leistung selbst der seit nunmehr 20 Bundesligaspielen sieglose Erzrivale zur Gefahr werden: „Wir haben am Wochenende das Derby, da wird uns auch ein ganz anderer Fight erwarten. Da müssen wir uns ganz, ganz anders präsentieren.“

Immerhin verringern sich die Personalsorgen in der Defensive. So dürfte der in Rom gesperrte Emre Can in die Dreierkette zurückkehren. Zudem signalisierte der von einer Corona-Infektion genesene Manuel Akankji gestern nach dem Ende seiner Quarantäne Einsatzbereitschaft: „Ich kann es nicht erwarten, am Samstag das Derby zu spielen.“