Siegerfaust: Emil Forsberg. AFP/Ronny Hartmann

Das ist nicht nur die Revanche, das ist ein Paukenschlag. RB Leipzig ist zurück in Europas Königsklasse, hat alle Chancen, dort zu überwintern. Die RasenBaller finden nach der 0:5-Klatsche vor einer Woche bei Manchester United in die Spur und schicken mit einem 2:1 (1:1) Vorjahrsfinalist Paris St.-Germain mit Thomas Tuchel in die Champions-Hölle.

Manche Leute haben das Zeug zum Wahrsager. Für dieses Match gehört Markus Krösche unbedingt dazu. Obwohl die Leipziger mies wie selten starten, kommentiert der RB-Sportdirektor die ersten 45 Minuten so: „Durch eigene Fehler sind wir in Rückstand geraten. Alle Chancen, die PSG hatte, haben wir selbst produziert. Dafür haben wir den Ausgleich gut herausgespielt. Bleiben wir dran, dann kann es nur einen Sieger geben, nämlich uns.“

Das ist gewagt, weil die Sachsen eine gefühlte Ewigkeit brauchen, um ins Spiel zu finden. Dabei ist die Chance, die Pariser in die Zange zu nehmen, selten so groß wie für RB. PSG muss mit Kylian Mbappe, Neymar, Julian Draxler, Juan Bernat und Marco Verratti auf jede Menge Superstars verzichten. Da geht doch was, selbst wenn Thomas Tuchel noch kurz vorm Anpfiff kess ankündigt: „Wir wollen die Leipziger mit deren Waffen schlagen, nämlich mit hohem Pressing.“

Locker gesagt und noch schneller getan, wenn auch mit dicker Hilfe von Dayot Upamecano. Der vertändelt den Ball gegen Moise Kean, schon ist Angel di Maria da – 0:1 (6.). Das geht viel zu einfach für die Gäste, fast lächelnd gehen sie in Führung. Auf der Gegenseite wissen die Leipziger kaum, wo ihnen der Kopf steht. Das 0:5 von Manchester ist erst eine Woche her …

Angel die Maria verschießt Elfmeter

Fast bügeln sie das im Gegenzug aus, doch Amadou Haidara scheitert an PSG-Keeper Keylor Navas und Angelino ballert Alessandro Florenzi an (8.). Dafür gibt’s im eigenen Strafraum gleich den nächsten Schock: Upamecano kriegt den Ball an seinen linken Arm – Elfmeter! Nur macht’s di Maria viel zu lässig und Peter Gulasci riecht die Ecke, pariert stark (16.).

Der RB-Schlussmann hält sein Team im Spiel, das trotzdem weiter wackelt, nur langsam sicherer wird, sich klasse zum 1:1 durch Christopher Nkunku kombiniert (42.) und Krösche als Wahrsager auf den Plan ruft. Presnel Kimpembe, der französische Weltmeister, hilft mit einem Handspiel: Elfmeter und eine Sache für Emil Forsberg. Der alte Schwede haut das 2:1 rein (57.).

Unverhofft ist der Triumph ganz greifbar, zumal Idrissa Gueye mit Gelb-Rot vom Platz fliegt (69.). Aber PSG abschreiben? Wenn auch in Unterzahl? Niemals! Es bleibt hauchdünn, bis die Revanche nach fünf Nachspielminuten und Rot gegen Kimpembe (90.+5) perfekt ist.