Paulo Otavio holt per eingesprungener Beinschere Hoffenheims Munas Dabbur von den Beinen. Der Israeli blieb zum Glück unverletzt.  Foto: Imago/Jan Huebner

Das tat schon nur beim Hinsehen weh! Brutal, brutaler, Otavio! Die kapitale Rot-Grätsche von Paulo Otavio in den letzten Sekunden der Nachspielzeit setzte der missglückten Reise des VfL Wolfsburg nach Sinsheim noch einen drauf. „Er wollte noch mal retten, was eigentlich eh nicht mehr zu retten war“, kommentierte Wölfe-Trainer Oliver Glasner den Aufreger des Tages nach dem 1:2 gegen Hoffenheim. „Gut, dass sich Gegenspieler Munas Dabbur bei der Notbremse in der vierten Minute der Nachspielzeit nicht verletzt habe“, betonte der Österreicher und hegt daher die Hoffnung, „dass die Sperre nicht ganz so lange ausfällt“.

Dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Winnie „the axt“ Jones hat einen legitimen Erben gefunden. Eine eingesprungene Beinschere völlig unkontrolliert und ohne Rücksicht auf die Gesundheit seines ihm enteilenden Gegenspielers. Dass Munas Dabbur dabei unverletzt blieb, grenzt schon an ein Wunder. 

Da nützt es wenig, dass der Brasilianer sich noch am Abend in den sozialen Netzwerken reumütig zeigte. Wie lange Paulo Otavio nicht zur Verfügung stehen wird, entscheidet das DFB-Sportgericht. Glasner wollte mit seinem Verteidiger jedenfalls nicht „zu hart ins Gericht gehen“.

Das machten andere. „Der Video-Beweis war nicht vonnöten, für diesen Platzverweis hätte man nicht mal einen Schiedsrichter gebraucht. Es war die klarste Rote Karte der Saison“, schrieb der ehemalige Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer in der Bild am Sonntag.