Maximilian Eggestein traf für Werder in München kurz vor der Pause.  Foto:  dpa

Bedröppelte Gesichter beim Rekordmeister. Die Bremer Remis-Könige ärgern den FC Bayern das erste Mal seit zehn Jahren, bescheren ihrem Coach Florian Kohfeldt in seinem 100. Bundesliga-Spiel einen verdienten Punkt. Bei Bayern herrscht Gesprächsbedarf – nicht nur auf dem Platz.

Dass es für den FCB kein Desaster wurde, lag an Kingsley Coman. Der Franzose kopierte sein Champions-League-Finaltor aus dem August, stand nach einer Bogenflanke am langen Pfosten goldrichtig und rettete den Bayern per Kopf einen Punkt (62.).

Viel mehr hatten die Münchner trotz ihrer individuellen Klasse nicht zu bieten. Der FCB schoss kein einziges Mal (!) in der ersten Halbzeit aufs Tor, was zuletzt vor sieben Monaten der Fall war.

Werder verkaufte sich dagegen teuer, verteidigte konzentriert und setzte immer wieder Nadelstiche per Konter. Und ging durch Maximilian Eggesteins in Führung, nachdem die Bayern bei einem Einwurf pennten (45.).  „Das war zu billig“, ärgerte sich Thomas Müller. Weil Bayern-Keeper Manuel Neuer auch im zweiten Abschnitt mehrfach in höchster Not rettete, blieb es beim Remis - das fünfte 1:1 für Werder in Folge.  „Man muss zugeben, dass wir uns heute einfach kaum Chancen erspielt haben", erklärte Neuer. 

Gesprächsbedarf herrscht bei den Bayern so oder so. Wegen Jerome Boateng. Nachdem bekannt wurde, dass Bayern den im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern will, zeigte sich der Ex-Nationalspieler „überrascht“. Sportvorstand Hasan Salihamidzic dementierte die Meldung nicht und kündigte vielsagend an: „Wir werden uns zu einem vernünftigen Zeitpunkt treffen und eine faire Entscheidung für alle treffen."