Thomas Müller unterhält sich mit Hollands Trainer Louis van Gaal, der am Montag noch einen positiven PCR-Test hatte. Imago Images

Unsere holländischen Nachbarn nehmen Corona anscheinend etwas lockerer. Beim 1:1-Freundschaftsspiel  gegen Deutschland am Dienstagabend saß Bondcoach Louis van Gaal (70) mit einem positiven PCR-Test auf der Bank, herzte nach dem Abpfiff seine Spieler unterhielt sich angeregt mit Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger. Alles kein Problem!

Van Gaal hatte sich vergangene Woche infiziert, war aber auch schon beim 4:2 gegen Dänemark am Sonnabend an der Seitenlinie. In Deutschland undenkbar, in den Niederlanden kein Problem. Denn dort muss man sich nicht mit dem PCR-Test freitesten. Es reicht ein Anti-Gen-Schnelltest. Und davon hatte van Gaal reihenweise die ganzen Tage über welche gemacht. Sie waren alle negativ!

Van Gaal: „Nur Resterscheinungen des Virus“

Also musste er auch nicht in Quarantäne. Der Nationaltrainer erklärte nach dem Abpfiff: „Am Montag hatte ich einen positiven PCR-Test. Aber der Arzt hat mir gesagt, dass es nur Resterscheinungen des Virus seien, die mit einem PCR-Test länger nachzuweisen sind als mit einem Schnelltest.“ Dann scherzte der Ex-Bayern-Coach: „Kommt mir nicht zu nahe!“

Das war da aber längst geschehen. Seine ehemaligen Bayern-Schützlinge Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger (jetzt ARD-Experte) umarmte er, genau wie auch Bundestrainer Hansi Flick.

Van Gaal schimpft über Katar

Die Lockerungen in den Niederlanden zählen aber nicht in Katar. Für die Einreise zur WM-Auslosung am Freitag darf der Bondscoach nicht einreisen. Für den Wüstenstaat braucht er einen negativen PCR-Test. Den er nicht hat. Das wird den Bondscoach aber nicht besonders schmerzen.

Denn seine Meinung zur WM in der Wüste ist eindeutig: „Ich finde es lächerlich, dass wir in einem Land spielen werden, um – wie die Fifa sagt – den Fußball dort zu entwickeln, in dem man dort ein Turnier austrägt. Das ist Bullshit.“ Damit ist er schon bei einigen angeeckt. Über van Gaal wird nach dem Corona-Fall weiter diskutiert werden.

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