Hofft auf eine Reform der Aufstiegsregelung zur Dritten Liga: BFC-Boss Norbert Uhlig. 
Hofft auf eine Reform der Aufstiegsregelung zur Dritten Liga: BFC-Boss Norbert Uhlig.  Imago/Sebastian Wells

Kommt jetzt endlich Bewegung in das ewige Aufreger-Thema Drittliga-Aufstieg? Die Forderung dazu ist so alt wie gerecht: Meister müssen aufsteigen! Nachdem man das Gefühl hatte, dass der NOFV zum Jagen getragen werden muss, hat er sich jetzt hinter einen Vorschlag der Vereine gestellt, der umfassende Reformen für die höchste DFB-Spielklasse vorsieht und im Kern am Ende dafür sorgt, dass alle Regionalliga-Meister in die Dritte Liga aufsteigen können – und sich nicht wie dieses Jahr der BFC Dynamo mit dem VfB Oldenburg duellieren muss, um am Ende nach einer tollen Saison in die Röhre zu schauen.

Ein alljährlich wiederkehrendes Drama. Nur der Südwesten und der Westen haben den Aufstieg garantiert. Bayern, der Norden und der Nordosten müssen sich jedes Jahr zwei Aufstiegsplätze teilen. Bislang wurde rollierend ein Regionalverband mit einem Direktaufstiegsplatz versehen, die anderen beiden Meister mussten in Entscheidungsspielen ran. 

Auf Eigeninitiative hatten sich Vereine aus Bayern, dem Norden und Nordosten aus der Dritten Liga und den Regionalligen in Leipzig am Monatsbeginn getroffen und eine neue Regelung entworfen. Dabei wurde die Kuh vom Eis gebracht, dass die Regionalverbände zerschlagen werden. Etwas, wogegen sich zuvor alle fünf Regionalverbände gewehrt hatten.

BFC-Boss Uhlig begrüßt Reformvorschlag

Der Vorschlag sieht eine Aufstockung der Dritten Liga auf 22 Teams vor. Künftig soll es dann fünf Absteiger und fünf Aufsteiger geben. Um auf die Sollzahl von 22 Teams zu kommen, gäbe es in der Spielzeit 22/23 nur drei Absteiger aus dem Zweitliga-Unterbau, aber alle Regio-Meister würden aufsteigen. Ab der Spielzeit 23/24 würde dann die neue Auf- und Abstiegsregelung greifen. 

„Ich habe ja immer schon für diese Position geworben. Wir waren schon immer gegen eine Zerschlagung des Nordostdeutschen Verbandes und für eine garantierte Aufstiegsregelung für alle Meister. Und nach Gesprächen mit dem Berliner Verband wird der uns bei diesem Vorstoß auch nach Kräften unterstützen“, so BFC-Präsident Norbert Uhlig.

Das besondere Schmankerl, mit dem man den Drittligisten die Reform schmackhaft machen will: Statt vier Qualifikationsplätzen für den DFB-Pokal sollen es künftig sechs sein. Das heißt, dass Niedersachsen und Bayern als mitgliederstarke Verbände künftig auf ihren zweiten Qualifikationsplatz für den Cup verzichten würden und nur noch die 21 Landespokalsieger in die erste Hauptrunde einziehen. 

Doch ob sich das Modell durchsetzen wird,  muss sich zeigen. Die Hoffnungen auf einen kurzfristigen, außerordentlichen DFB-Bundestag sieht NOFV-Präsident Hermann Winkler eher als gering an. Er will die Phase bis zum Saisonende im Mai dafür nutzen, bei allen beteiligten Verbänden und Vereinen in Gesprächen dafür zu werben. 

NOFV hofft auf DFL-Zuschuss für die Dritte Liga

Denn bei einer Aufstockung würde ja der Kuchen an TV-Geldern in der Dritten Liga für alle Vereine kleiner werden. Da könnte es also ebenfalls noch Widerstand geben. Daher will der NOFV bei seinem Verbandstag an diesem Wochenende einen Antrag an die DFL stellen, dass sie die Dritte Liga künftig mit fünf Millionen Euro jährlich unterstützt, um die durch die breitere Streuung hervorgerufenen Mindereinnahmen auszugleichen. 

Doch auch ohne diesen Zuschuss des Profilagers sieht Uhlig die Mindereinnahmen nicht als existenziell an. „Bislang gibt es 26 Millionen an TV-Geldern für die Dritte Liga. Derzeit wird das durch 18 Vereine geteilt, da ja Zweitvertretungen von Profiklubs nicht beteiligt werden“, so der BFC-Boss. Rocco Teichmann, Sportdirektor von Viktoria 89, rechnet vor: „In dieser Saison gab es 1,44 Millionen Euro pro Klub. Bei einer Aufstockung wären es 1,3 Millionen Euro gewesen“, so der 36-Jährige. 

Ob Bayern, Norden oder der Nordosten, so kämen alle auf ihre Kosten ...

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